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Planetary Health Report 2026

Die Vitalzeichen unseres Planeten blinken rot.

7 von 9 planetaren Grenzen sind überschritten.

Wir müssen jetzt handeln.

Die Auswirkungen der Überschreitung der planetarischen Grenzen werden überall um uns herum immer deutlicher.

Die im Verlauf des letzten Jahres veröffentlichte Ergebnisse zeigen, dass der Klimawandel schneller voranschreitet als bisher erwartet. Das führt zu beispiellosen Hitzewellen an Land und im Ozean und verschärft zerstörerische Wetterextreme. Tropische Korallenriffe haben ihre bislang schwerwiegendste Massenbleiche erlitten. Ein Zusammenbruch der atlantischen Umwälzströmung– der Golfstrom ist ein Teil davon – gilt mittlerweile selbst bei Szenarien mit niedrigen bis mittleren Emissionen als glaubwürdiges Risiko.

Extremereignisse global 2025/2026Karte der extremen Wetterereignisse mit den größten Auswirkungen zwischen April 2025 und April 2026. Die meisten lassen sich auf den Klimawandel zurückführen, entweder aufgrund direkter Studien (rot) oder weil die wissenschaftlichen Erkenntnisse insgesamt darauf hindeuten, dass der Klimawandel das Risiko oder die Intensität wahrscheinlich erhöht hat (orange).

Da sieben von neun planetaren Grenzen überschritten wurden, haben wir die Erde aus ihrem „sicheren Handlungsraum“ verdrängt. Das bedeutet, dass wir die Erde von einer sicheren Heimat in einen Ort voller Gefahren verwandeln, die Menschen auf der ganzen Welt bedrohen.

Planetare Grenzen

planetare Grenzen 2026

Die neun planetarischen Grenzen sind:

  • Klimawandel: Störung des Energiegleichgewichts der Erde, vor allem durch Treibhausgasemissionen und Veränderungen des Strahlungsantriebs.
  • Veränderung der Integrität der Biosphäre: Verlust der Biodiversität und Schwächung der Funktionsfähigkeit von Ökosystemen.
  • Veränderung des Landsystems: Umgestaltung natürlicher Landschaften, insbesondere durch Entwaldung, Bodendegradation und Urbanisierung.
  • Veränderung des Süßwassers: Störung der Wasserströme durch Landschaften und Ökosysteme, einschließlich Flüsse, Seen, Grundwasser und Bodenfeuchte.
  • Veränderung biogeochemischer Ströme: Störung der Nährstoffkreisläufe, insbesondere von Stickstoff und Phosphor.
  • Ozeanversauerung: chemische Veränderung des Meereswassers durch die Aufnahme von Kohlendioxid, mit Folgen für das Leben im Meer und die Klimaregulierung.
  • Anstieg der Aerosolbelastung in der Atmosphäre: Veränderungen bei den Schwebeteilchen, die das Klima, die Niederschlagsmuster und die menschliche Gesundheit beeinflussen.
  • Abbau der stratosphärischen Ozonschicht: Ausdünnung der schützenden Ozonschicht, wodurch die schädliche Ultraviolettstrahlung an der Erdoberfläche zunimmt.
  • Einbringen neuer Stoffe: Freisetzung und Anreicherung von vom Menschen hergestellten und in Umlauf gebrachten Stoffen wie Kunststoffen, synthetischen Chemikalien, Pestiziden und anderen Schadstoffen.

Die aktuelle Bewertung zeigt, dass sieben der neun planetarischen Grenzen überschritten wurden: Klimawandel, Veränderung der Integrität der Biosphäre, Veränderung des Landnutzungssystems, Veränderung der Süßwasserressourcen, Veränderung biogeochemischer Ströme, Ozeanversauerung und Einführung neuartiger Substanzen liegen außerhalb des sicheren Handlungsraums. Während die Aerosolbelastung der Atmosphäre und der Ozonabbau in der Stratosphäre auf globaler Ebene weiterhin innerhalb ihrer planetarischen Grenzen liegen, könnte die Aerosolbelastung in einigen Regionen bereits unsichere Werte erreicht haben. Beide Grenzen erfordern weiterhin eine sorgfältige Überwachung.

Überschreitung der Planetaren Grenzen 2026SIEBEN VON NEUN PLANETARISCHEN GRENZEN SIND ÜBERSCHRITTEN. Die Bewertungen der planetarischen Grenzen verwenden repräsentative Variablen, sogenannte „Kontrollvariablen“, um den Zustand der neun Prozesse zu beschreiben, die für die Regulierung der Stabilität, der Widerstandsfähigkeit und der lebenserhaltenden Funktionen des Erdsystems entscheidend sind. Bislang verwendet das Rahmenwerk der planetarischen Grenzen 1–2 Kontrollvariablen pro Grenze. Die Farben (grün für „innerhalb des sicheren Handlungsraums“, gelb für „Zone mit steigendem Risiko“ und rot für „Zone mit hohem Risiko“) beziehen sich auf den Grad der Überschreitung der Grenze. Auf der unteren Farbskala fasst ein Boxplot die Verteilung aller 13 Werte der Kontrollvariablen auf einen Blick zusammen. Der Boxplot ist das dynamische Herzstück des „Planetary Health Check“-Symbols (siehe Abb. 1) und zeigt die Verteilung aller aktuellen Werte der PB-Kontrollvariablen an. Die dünne Linie stellt den gesamten Bereich aller Werte der Kontrollvariablen dar, während die dickere Linie den Bereich angibt, in den die Hälfte aller Werte der Kontrollvariablen fällt. Der blaue Punkt stellt den Median aller Kontrollvariablen dar. Die PB-Bewertungen basieren auf den aktuellsten verfügbaren Daten; in einigen Fällen bedeutet dies, dass sie auf Datensätzen basieren, die älter als 2026 sind. Eine ausführliche Beschreibung der verwendeten Daten finden Sie in der Vollversion des PHC-Berichts.

Wo liegen die drängendsten Probleme?

In der jüngeren Vergangenheit wurde die Hälfte unserer CO₂-Emissionen vom Ozean und der Natur an Land gebunden. Wenn Wissenschaftler einen Weg in eine beherrschbare klimatische Zukunft aufzeigen, gehen ihre Berechnungen in der Regel davon aus, dass Wälder, Feuchtgebiete und andere Ökosysteme weiterhin auf diese Weise als „Kohlenstoffsenken“ fungieren werden. Doch bereits heute zeigt die Kohlenstoffsenke an Land Anzeichen einer Schwächung und Stagnation, vergleichbar einer Art von Stress-Reaktion. Eine neue Studie hat bestätigt, dass bereits eine geringe zusätzliche Entwaldung im Amazonasgebiet die Region unter den aktuellen Klimaprognosen wahrscheinlich über einen Kipppunkt hinausbringen würde, was zum Verlust von zwei Dritteln des verbleibenden Waldes führen würde.

Wir müssen den Meeresboden schützen.

Die Ökosysteme des Meeresbodens spielen eine bedeutende Rolle im Erdsystem, dennoch zerstören wir sie in alarmierendem Tempo. Fischereitechniken wie die Grundschleppnetzfischerei verursachen dauerhafte Schäden: Jedes Jahr werden 1–2 % des Meeresbodens mit Schleppnetzen befischt, wobei einige der produktivsten und artenreichsten Meeresregionen am häufigsten betroffen sind. Darüber hinaus stellen die noch in den Anfängen befindlichen Bergbauaktivitäten am Meeresboden eine drohende Gefahr für bisher unberührte Regionen der Tiefsee dar, mit Auswirkungen auf das Erdsystem, die noch nicht quantifiziert werden können. Es werden dringend wirksamere Mechanismen zum Schutz dieser lebenswichtigen, aber noch kaum erforschten Ökosysteme benötigt.

Mikroplastik, Ewigkeitschemikalien und andere chemische Schadstoffe bergen sowohl bekannte als auch noch unbekannte Gefahren.

So verschmutzen beispielsweise (Mikro-)Kunststoffe heute den gesamten Planeten, von den Berggipfeln bis in die Tiefsee, und Ewigkeitschemikalien wie PFAS werden noch Jahrtausende lang nicht aus unserer Umwelt verschwinden. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs: Die Wirtschaft produziert Zehntausende von Chemikalien und Gemischen in beispiellosem und stetig steigendem Umfang. Wir beginnen bereits, die Schäden zu erkennen, die diese Substanzen verursachen – von toxischen Wirkungen auf einzelne Organismen bis hin zur Störung von Prozessen im Erdsystem. Noch gefährlicher sind jene Auswirkungen, über die wir derzeit nur spekulieren können. Die meisten der Stoffe, die wir produzieren und freisetzen, werden nicht oder nicht ausreichend auf ihre Auswirkungen auf das Erdsystem geprüft. Wir agieren im Blindflug: Bis wir uns ein vollständiges Bild von der Gefahr gemacht haben, könnte es bereits zu spät sein, sie abzuwenden.

Die Auswirkungen der Überschreitung der planetarischen Grenzen sind bereits überall um uns herum zu spüren, und sie werden weiter an Schwere zunehmen. Es gibt nur noch ein schmales Zeitfenster der Möglichkeiten die bisher eingeschlagene Entwicklung umzukehren. Wenn wir das wollen, muss jedoch eines klar sein: Ohne eine umgehende und rigorose Änderung der klimaschädlichen Lebens- und Produktionsweise der Gegenwart wird es keine sichere Zukunft geben.

Rekordtemperaturen in Mitteleuropa im Mai und Juni 2026

Die Hitzetage der vergangenen Woche werden uns wohl noch länger in Erinnerung bleiben. Sowohl wegen der erreichten absoluten Temperaturen als auch wegen ihres frühzeitigen Auftretens bereits im Juni. Mehrfach purzelten die Temperaturrekorde sowohl für einen Juni als auch absolut jemals gemessene seit Beginn der Aufzeichnungen. Dabei war dies bereits die zweite Hitzewelle in diesem Jahr. Für die erste Hitzewelle Ende Mai liegen vom Klimawandel-Service des copernicus-Projekts bereits ausgewertete Daten vor:

Hitzeglocke Mitteleuropa Mai 2026

Die tägliche oberflächennahe Lufttemperatur (°C) wurde über Westeuropa (11° W-15° E, 34-55° N) für die Jahre von 1940 bis 2025 jeweils für den Zeitraum vom 1. März bis 1. September gemittelt. Diese Werte sind im Hintergrund mit schwach rosa Linien dargestellt. Der Tagesdurchschnitt für den Referenzzeitraum 1991-2020 wird mit einer gestrichelten roten Linie angezeigt. Die Werte für das Jahr 2026 sind als dicke rote Linie aufgetragen. Quelle: Copernicus

Hitzestress

Nun sind gemessene Temperaturen das Eine, und sicher für die Statistik unverzichtbar. Unsere Empfindungen bei solchen Verhältnissen sind aber etwas Anderes: Wir fühlen nicht nur die Temperatur als solche, sondern auch die Luftfeuchtigkeit, den Wind und die Sonneneinstrahlung. Werden diese Einflüsse mit berücksichtigt, spricht man von einer sogenannten gefühlten Temperatur. Diese erreichte in den vergangenen Hitzetagen laut dem ERA5-HEAT-Datensatz in weiten Teilen Westeuropas 35 ° C bis 40 °C. Die Werte entsprachen den Hitzestressbedingungen „stark“ (über 32°C) und „sehr stark“ (über 38°C).

Die Hitzewelle führte dazu, dass zahlreiche nationale und lokale Rekorde gebrochen wurden, sowohl für Tages- als auch für Nachttemperaturen. Damit verbunden waren erhebliche gesundheitliche Auswirkungen in allen betroffenen Ländern Westeuropas.

Anhaltende Hochdruckbedingungen

Verbunden war die Hitzewelle mit einem stabilen, nahezu stationären Hochdruckgebiet, was zu einer Ausprägung eines heat domes, einer Wärmekuppel, über Westeuropa führte. Dieses Wettermuster, das häufig bei großen Sommerhitzewellen beobachtet wird, führt zu längerer Sonneneinstrahlung, verbunden mit schwachen Winden und begünstigte somit die starke Aufheizung. An der Westflanke des Hochdruckgebietes wurde auch heiße Luft aus Marokko nach Norden transportiert, was wahrscheinlich zu den ungewöhnlich hohen Temperaturen in den nach Atlantik ausgerichteten Regionen beiträgt.

Schneller Übergang von kühler als durchschnittlich zu Hitzewelle

Die erste Hitzewelle Anfang Juni kam unmittelbar nach einer Zeit, in der die Bedingungen in weiten Teilen West- und Mitteleuropas kälter als im Durchschnitt waren. Durch den schnellen Übergang Ende Mai zu der anschließenden Hitzeperiode hatte der menschliche Körper wenig Zeit, sich an die viel höheren Temperaturen zu gewöhnen, was die Stress-Auswirkungen auf die Bevölkerung erhöht. Das frühe Timing setzte auch Vegetation und Ökosysteme zu Beginn der Vegetationsperiode extremer Hitze aus.

Temperatur-Anomalien Mai 2026 in Mitteleuropa

Durchschnittliche tägliche Oberflächenlufttemperaturanomalie (links) vom 11. bis 19. Mai 2026 und (rechts) vom 21. bis 30. Mai 2026 im Vergleich zum entsprechenden Durchschnitt für den Zeitraum 1991–2020. Datenquelle: ERA5. Quelle: Copernicus

Starke bis schwere marine Hitzewellen

So wie die Hitzewelle über dem Festland Mitteleuropas wurde auch in den Seegebieten um Großbritannien und Irland, im Golf von Biskaya und im westlichen Mittelmeer eine entsprechende Hitzewelle beobachtet. Das warme Wasser wurde wahrscheinlich durch die gleichen sonnigen und windarmen Bedingungen begünstigt.

Langfristiger Kontext: Die rasche Erwärmung Europas

Obwohl es so früh im Jahr bemerkenswert ist, stimmt dieses Ereignis mit der schnellen Erwärmung Europas und der zunehmenden Häufigkeit und Intensität der Hitzewellen überein, die bereits im Sommer beobachtet wurden. Europa ist der sich am schnellsten erwärmende Kontinent, mit einer Erwärmungsrate von etwa 0,56 °C pro Jahrzehnt seit Mitte der 1990er Jahre, mehr als doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt. Während sich das europäische Klima weiter erwärmt, werden Hitzewellen voraussichtlich sowohl immer früher als auch später im Jahr über den Sommer hinaus auftreten. Und in Verbindung mit den typischen Hochdruckwetterlagen werden sie länger dauern und zu höheren Temperaturen führen.

Damit bestätigt sich ein Trend, der bereits im 5. Sachstandsbericht des IPCC 2013 prognostiziert wurde – dort allerdings charakterisiert als „ausgeprägt“ für die 2. Hälfte des 21. Jahrhunderts. Dass dieser vorhergesagte Trend bereits jetzt deutlich spürbar ist belegt die Dringlichkeit des Problems.

Aktuell neue Rekordwerte gemessen

Aktuell droht die Situation sich weiter zu verschärfen. Wie der Copernicus Dienst zur Meeresumweltüberwachung und der Copernicus Dienst zum Klimawandel melden [https://climate.copernicus.eu/copernicus-marine-and-copernicus-climate-change-daily-global-sea-surface-temperatures-break-records], brechen die täglichen globalen Meeresoberflächentemperaturen alle Rekorde für die Jahreszeit.

Temperaturekorde in Meer Juni 2026

Temperaturekorde in Meer Juni 2026

Beide Dienste bestätigen, dass die globalen Meeresoberflächentemperaturen (SST) nun die 2023 und 2024 beobachteten Rekordwerte für diese Jahreszeit überschritten haben. Die täglichen SST-Daten des C3S übertrafen am 21. Juni mit 20,86 °C die Werte von 2024 und lagen geringfügig über den 20,83 °C der Jahre 2023 und 2024. Auch die täglichen SST-Daten des CMEMS wiesen am 21. Juni Rekordtemperaturen von 21,0 °C aus und übertrafen die bisherigen Rekorde aus den Jahren 2023 und 2024 um 0,1 °C.

Der neue globale Rekordwert für die Meeresoberflächentemperatur zu dieser Jahreszeit war nach der Ankündigung der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am 2. Juni 2026 zum Beginn von El-Niño-Bedingungen im äquatorialen Pazifik sowie den in den vergangenen Monaten in mehreren Ozeanregionen ungewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen zu erwarten. Prognosen zufolge wird dieser Rekord Auswirkungen auf Wetterverläufe, das globale Klima und marine Ökosysteme haben.

Carlo Buontempo, Direktor des Copernicus Dienstes bemerkte dazu:

„Die aktuellen Bedingungen könnten auf den Beginn einer neuen Phase hindeuten, die uns wieder einmal in unbekanntes Terrain führen wird. Angesichts dieser Meerestemperaturen und des sich abzeichnenden El-Niño-Ereignisses werden in den kommenden Monaten wahrscheinlich weitere Temperaturrekorde gebrochen.“

Konsequenzen?

Dass grundlegende und konsequente Reaktionen angesichts der realen Bedingungen von Hitzewellen und der unmittelbar drohenden Verschärfung der Probleme nötig sind, werden wohl nur noch Voll-Ignorant:innen bestreiten. Was aber wird unternommen? – Kommunen werden beauftragt, Hitzeschutzpläne zu erarbeiten, deren Umsetzung an der Finanzierung scheitert. Flächen sollen entsiegelt werden. Das Gegenteil passiert – in Jena wird gerade im Ortsteil Münchenroda eine Grünfläche für die Bebauung mit Einfamilienhäusern geplant.

Hitzeschutz besteht vor allem aus nett gemeinten Hinweisen an die Bevölkerung, wie sie sich bei extremen Temperaturen verhalten soll. Ob dabei einige öffentliche Trinkbrunnen im Stadtgebiet der Durchbruch sind, ist fraglich.

Ursache sind die durch unsere Lebens- und Wirtschaftsweise seit der Industrialisierung emittierten Treibhausgase, zuallererst CO2. Eine ernsthafte Reduzierung der Emissionen sollte natürlich bei den größten Emittenten beginnen. Dabei tragen wenige große Unternehmen maßgeblich zur CO2-Belastung bei: 2024 gingen laut der Datenbank Carbon Majors mehr als die Hälfte der weltweiten CO2-Emissionen auf lediglich 32 Konzerne zurück.  Solange in der gegenwärtigen Lebens- und Wirtschaftsweise – genannt Kapitalismus – der Profit die bestimmende Wirtschaftsgröße ist und fortwährendes Wachstum einschließlich Raubbau an Mensch und Natur erzwingt, werden wir das Problem nicht lösen. Ich kenne nur einen sinnvollen Ansatz: Schnellstmögliche Transformation zu einem ökologischen sozialistischen System. Streng genommen ist es dafür aber wohl schon zu spät. Deshalb bleibt nur der Kampf um jedes zehntel Grad vermiedene Erderwärmung.

Change by Design or Change by Disaster

In der Zukunftswerkstatt haben wir in den letzten Wochen vor allem diskutiert, wie angesichts der Verschärfung der Klimakrise und der zunehmenden Überschreitung der planetaren Grenzen  eine notwendige sozial-ökologische Transformation vonstattengehen könnte. Bekannt ist sicher der Slogan „Change by Design or Change by Disaster“. Hier kommt zum Ausdruck, dass eine Transformation angesichts der Übernutzung der Ressourcen und der damit verbundenen Zerstörung unserer Lebensgrundlagen erfolgen wird. Die Frage ist nur wie: Gelingt uns ein mehr oder weniger geordneter Übergang zu einer Gesellschaft, die diese Lebensgrundlagen respektiert und weitgehend erhält oder wird einfach weiter auf ungezügeltes Wachstum gesetzt bis ein Kollaps die Tatsachen schafft?

Im Philosophenstübchenblog von Annette findet sich zu diesem Thema eine ganze Serie von Beiträgen.

Im Ergebnis unserer Diskussionen, haben wir anlässlich des am 24. Mai stattfindenden Jenaer Umwelttages ein Poster erstellt, das sich diesen Fragen zusammenfassend widmet. Das Poster steht hier zum Download zur Verfügung. Eine Vorschau ist nachfolgend abgebildet.

Poster - Vorschau

Poster – Vorschau