Archiv der Kategorie: Berichte

Willkommen in der Heißzeit

In Kürze soll es – wenigstens für einige Zeit – wieder abkühlen. Inzwischen überstürzen sich Hitzerekorde, die bald keine Rekorde mehr sein werden, sondern sommerlicher Alltag. Wie sich die Vegetation in Europa dabei verändert, zeigt ein eindrücklicher Film von der ESA :

Die Häufigkeit solcher Dürren wird stark zunehmen. Auf Grundlage eines Szenarios des Klimawandels (bei dem es „so weiter“ geht mit der CO2-Emission und der Erwärmung) zeigt die Veränderung der Dürrehäufigkeit in der jüngsten Vergangenheit (links) und am Ende des 21. Jahrhunderts, das viele, die dies hier lesen, wohl noch erreichen werden.

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Was hast Du in diesem historischen Sommer gemacht?

Wir sollten alle Tagebuch führen. Über das Schwitzen, über den Spaß im Freibad und vor allem auch darüber, was wir uns so denken, wenn uns das Wort „Klimawandel“ in den Kopf schießt.

Diesmal ist die Zusammenstellung der Meldungen aus der Website „wetter.de“, die auch einen Klimablog führt.

Der letzte Beitrag ist überschrieben: „Das Klima kreist aus und keinen juckts“ .
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Schaffen wir das?

Wie wir gerade an der Abschottung Europas sehen, glauben die Wenigsten daran, dass eine Aufnahme und Integration von Flüchtenden zu schaffen wäre. Diese Abschottung ist eins der größten Versagen der Humanität unserer Gesellschaft.

Im „Packpapier-Verlag“ ist unsere neue Broschüre zu diesem Thema erschienen.

Phantasie und Tiere in Speckstein

Vor kurzem griffen wir wieder eine alte Tradition auf und trafen uns zu einem gemeinsamen praktischen Tun: Wir bearbeiten Speckstein. Hier gibts die Ergebnisse:

(Die Katze links oben wurde am nächsten Tag noch fertiggestellt und ein Schwan kam noch hinzu…)

Elektromobilität – ein Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels?

Vor einer Woche –am 26. Mai 2018 fand in Jena der Familien- und Umwelttag statt, auf dem das Klimanetz Jena und Umgebung und damit auch wir als Zukunftswerkstatt Jena in unserer Eigenschaft als Mitglied des Klimanetzes vertreten waren. Wir gestalten in jedem Jahr aus diesem Anlass ein Poster zu einem jeweils aktuellen Klima-Thema. Das Thema in diesem Jahr war die Elektromobilität. Das Poster kann an dieser Stelle heruntergeladen werden. Zur Erläuterung des Posters sind die folgenden Zeilen gedacht.
Bis vor wenigen Jahren war es die Strategie der deutschen Automobilkonzerne zur Verringerung des CO2-Ausstoßes ihrer Neuwagenflotte auf Dieselmotoren zu setzen. Tatsächlich haben Dieselmotoren einen besseren thermodynamischen Wirkungsgrad, verbrauchen somit weniger Treibstoff und emittieren weniger Kohlendioxid.

VW Golf TDI clean diesel

VW Golf TDI clean diesel – Bildquelle: Wikipedia – Mario Roberto Duran Ortiz

Genau das führt jedoch zu einer verstärkten Emission von Stickoxiden (NOx), die ein Atemgift sind. Die Neutralisierung der Stickoxide durch geregelte Zufuhr von Harnstoff in das Abgas ist technisch sehr aufwendig, sehr teuer und schwierig handhabbar und wurde deshalb nicht bzw. nur unzureichend eingesetzt.
Diese Diesel-Strategie ist 2015 gescheitert, weil Zulassungsvoraussetzungen manipuliert wurden: „Dieselgate“ ist dafür die heute übliche Bezeichnung. Die politische Konsequenz besteht in Deutschland nicht etwa darin, diese Probleme aufzuarbeiten und die Konzerne zu zwingen, den von ihnen angerichteten Schaden deutlich zu begrenzen – nicht nur mit ein paar Software-Updates – sondern, vielleicht mit dem berühmten „Blick nach vorn“, einfach die Elektromobilität massiv zu fördern. Weiterlesen

Wen interessiert schon der Klima-Umbruch?

In wenigen Wochen sitzen wir wieder in Jena bei einem „Vereins-, Umwelt und Radfahrtag“ rum und warten auf interessierte Menschen, mit denen wir über die Veränderung des Klimas sprechen können. Letztes Jahr lernten wir eine Frau kennen, deren afrikanischer Mann schon vor Jahrzehnten über die besondere Rolle der Frauen in prekären Umweltbedingungen berichtet hat. Jemand anders berichtete und über die gegenwärtige Situation, die sich so verschärft hat, dass Mädchen kaum noch die Schule besuchen können, weil die Wege zu den nächsten Wasserquellen immer länger werden…

Wen dieses Thema nicht schon von vornherein interessierte, schaute konsequent weg und suchte mit den Kindern den nächsten Stand zum Gesichtsbemalen oder Bälle-Werfen…

Ja, es ist schon nicht einfach, zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen, auch wenn man „zu den Leuten hinkommt“. Deshalb beschäftigen sich Leute mit dem Thema „Klimakommunikation“ und geben Ratschläge dazu. Z.B. hier:

Ein interessantes Beispiel für musikalisch Interessierte ist die Umsetzung der Temperaturkurve der letzten Jahrzehnte in musikalische Töne:

Tipps zu mehr oder weniger geeigneten Bildern zu Illustration des Klimwandels gibts hier:

Bei diesem Thema wird es, wenn es ernst wird, auch unerwartete Allianzen geben (müssen), denn vor allem

Diese düstere Vorausschau von 2009 scheint sich leider zu bestätigen…

Datenpanne? Datenaffäre? Datenleck? – Nein: Genau das ist das Facebook Geschäftsmodell

Die Wellen schlugen hoch, als bekannt wurde, dass Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern extern abgegriffen und weiterverarbeitet wurden. Meldungen dazu u. a. bei Tagesschau oder heise.de.
Ich weiß nicht, ob wirklich jemand darauf vertraut hat, dass seine Daten bei Facebook (oder WhatsApp oder Instagram oder Twitter oder …) auch dort bleiben und nur den „Freunden“ zugänglich sind. Mir wurde bei entsprechenden Diskussionen üblicherweise entgegnet, dass man ja nichts zu verbergen hätte und das ja letztlich auch alles so schlimm nicht sein könne. Und außerdem sei es ja nun sowieso zu spät … Nun ja, das muss letztlich jeder Nutzer mit sich selbst ausmachen.
Was ich an dieser Geschichte interessant finde, ist, dass sich aus diesem Anlass heraus die Gelegenheit für mich ergab, einmal hinter die Kulissen des Geschäfts zu schauen. Vor längerer Zeit erschien in der Schweizer Zeitschrift „Das Magazin“ ein Beitrag, der wiederum auf den Seiten der Informatik-Fakultät der Universität Bremen als Literaturquelle verfügbar ist.
Hier wird die Story auch für Laien gut nachvollziehbar erzählt. Und insbesondere in den letzten Sätzen der Geschichte steckt das Fatale: Mit den in dem Artikel beschriebenen Methoden der gezielten, individuell exakt zugeschnittenen Werbung ist es möglich, den Werbeerfolg (Klick auf die Anzeige und Kauf des Produkts) um 1.400% zu steigern. Nun ist auch das sicher ein statistischer Wert, der für den jeweiligen Einzelfall keine Aussage erlaubt – aber Wahrscheinlichkeiten sind, vor allem bei großen Zahlen, sehr gute Kalkulationsgrößen. Bei der Vielzahl dieser Fälle würde ich sehr wohl von gezielter Manipulation sprechen.
Und noch etwas möchte ich in diesem Zusammenhang bemerken: Der Grund, bei diesen Netzwerken mitzumachen ist oftmals ein gewisser Gruppendruck. Wenn die Mehrzahl meiner Freunde bei Facebook oder WhatsApp ist und ich will an deren Kommunikation teilhaben, dann muss ich wohl oder übel auch mitmachen. Vernünftige Argumente, andere, nichtkommerzielle und offene, dezentral verwaltete Dienste zu nutzen, zählen ab einem gewissen Punkt nicht mehr. Ich weiß dann immer nicht so recht ob das Faulheit, Trägheit, Unbedarftheit oder Ignoranz ist.
Und warum in diesem Zusammenhang auf öffentlich rechtlichen Nachrichtenseiten Facebook-Like-Buttons angezeigt werden oder üblicherweise kritische Nachrichtensendungen wie Monitor, Panorama, Frontal21 oder quer anbieten, nach der Sendung mit den Zuschauern auf Facebook oder Twitter weiter zu diskutieren – das wissen wohl auch nur die Intendanten bzw. Redakteure. So richtig nachvollziehbar ist das für mich nicht.

Groko befeuert Klimawandel

Fernsehen bildet manchmal doch. Oder merkt man den Zusammenhang nicht? Gestern abend schaute ich eine schöne Dokumentation über die Ozeane der Erde (Titel: „Der Blaue Planet“). Gegen Ende der Sendung wurden auch das Sterben der Korallen gezeigt; ich habe zum ersten Mal gesehen, wie die farbigen Algen abgestoßen werden. Die übrig bleibenden Korallen-Polypen können später wieder durch Algen besiedelt werden, aber nur, wenn die Ursachen der Korallenbleiche verschwinden, sich die Weltmeere also nicht weiter erwärmen.

Heute dann kamen die Nachrichten mit der „guten“ Botschaft, dass nach der Bereitschaft des grünen Staatssekretärs Baake, seinen Posten aufzugeben, weil er mit der Groko keinen Weg in eine einigermaßen aussichtsreiche Energiewende mehr sieht, die Aktienkurse von RWE und EON steigen. Na prima. In dieser Meldung wurde dies als gute Nachricht für die Aktionäre, die Firmen und natürlich die „Arbeitnehmer“ dargestellt.

Kann die Menschheit wirklich so blöd sein? Vielleicht bleibt dieses Zusammentreffen von Wissen über das Verhängis und Weigerung, es ernst zu nehmen, in den Archiven erhalten, so dass unsere Nachfahren nachlesen können, warum wir ihnen so ein schweres, kaum überlebensmögliches Erbe hinterlassen… Eine Zivilisation, die im vollen Wissen dessen, was sie da anstellt, trotzdem weiter macht, hat wohl wirklich nichts Besseres verdient!
Schlimm genug, dass es zuerst Menschen, die nicht von der zerstörerischen Wirtschaftspolitik profitieren und unsere Nachkommen treffen wird, während wir so tun, als hätten wir nichts damit zu tun. Nach uns die Sündflut und der Klima-Umbruch…