Bis neulich…   11. Januar 2012

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Die Gedanken zum Jahreswechsel 2011/2012 sind vielfach von Sorgen geprägt. Sorgen um die weltweite Entwicklung, die sich sehr widersprüchlich darstellt. So wurden nach wie vor keine akzeptablen Antworten auf den Klimawandel gefunden, Durban war eine Konferenz des „Verschiebens auf später“. Viele Menschen haben Angst vor der Entwertung ihres Geldvermögens und die Bundeskanzlerin predigt, man möge doch Vertrauen haben, es würde schwer, aber man werde es schon richten. Alles in allem eine eher trübe Stimmung.

Mehr oder weniger zufällig bin ich auf ein Projekt gestoßen, was den Blick in eine andere Richtung lenkt: Auf die Schönheit des Augenblicks – und letztlich sind es doch die vielen schönen Augenblicke in unserem Leben, die unser Glück ausmachen. Das Problem dabei, die Augenblicke auch wahrzunehmen.

Wieviel Schönheit steckt in einem Augenblick, in einer Sekunde? Im Web gibt es unter dem Titel „The Beauty of a Second“ ein Kurzfilmfestival, welches sich genau diesem Anliegen widmet. Kurzfilm ist hier wörtlich zu nehmen, denn jeder Film ist exakt eine Sekunde lang. Einen Augenblick also. Schirmherr für dieses Projekt ist der Regisseur Wim Wenders. Jeder darf hier eigene Clips hochladen und nimmt damit an einem Wettbewerb teil.

Es gibt hier wunderschöne Sequenzen: Ein Hund, des aus einem fahrenden Auto schaut, zwei turtelnde Tauben, Tänzerinnen, ein Wassertropfen, ein markantes Gesicht, eine aufleuchtende und verglühende Glühlampe, Sonnenauf- und -untergänge, sich öffnende Blüten und vieles mehr. In Zeitlupe, Zeitraffer, Echtzeit, als Standbild, … Es ist kaum zu glauben, wieviel Leben, wieviel Lachen, wieviel Zuversicht, wieviel Glück in einer Sekunde stecken kann.

Und weil eine Sekunde nun wirklich sehr kurz ist und auch das Leben aus vielen Augenblicken besteht, gibt es die Möglichkeit, maximal 60 der Ein-Sekunden-Clips zu einem kleinen Film, einer sogenannten Playlist, zu verknüpfen und diesen mit Musik zu hinterlegen. Alle Clips und Playlists nehmen an einem Wettbewerb teil und die Besten werden 2012 auf der Berlinale gezeigt. Jeder, egal ob Amateur oder Profi, ist eingeladen, mitzumachen.

Und auch wer sich nicht traut: Es lohnt sich, die bereits vorhandenen Ergebnisse anzuschauen. Eine sehr schöne Alternative zu der eingangs festgestellten eher trüben Stimmung. Wie gesagt, es lohnt sich. Alles Gute für 2012. Have a lot of fun.

http://www.springhin.de/sekunde

Auch erwischt? Oder noch mal davongekommen? Egal, ob der Zensusfragebogen angekommen ist, der Vorgang geht uns alle an! Und es gibt in beiden Fällen verschiedene Möglichkeiten darauf zu reagieren.

Dazu gibts eine Entscheidungshilfe z.B. auf Tanjas Blog.

siehe auch:

Energie als Commons?   25. April 2011

Stefan Mz. berichtet im Keimform-Blog über die Energiepreisbildungsmechanismen (siehe auch bei uns http://zw-jena.de/pdfs/keine_kohle_fuer_jena.pdf ab ca. Folie 6) und verbindet dies mit dem Argument, dass Erneuerbare Energien quasi danach schreien, nicht mehr als privatisierbare Ware angewandt zu werden, sondern als Gemeingut, als Commons.

In den Kommentaren dazu gibts noch interessante Links zur Frage der Netzwerke etc.

BigBrotherAward 2011 vergeben   21. April 2011

Am 1. April war es wieder einmal soweit: Zum 11. mal wurde der BigBrotherAward vom FoeBuD e. V. in Bielefeld vergeben.  Die Vergabe erfolgte in verschiedenen Kategorien und ist hier nachzulesen.

Am interessantesten erscheint mir die Kategorie “Kommunikation”. Hier ging der Preis an die Facebook Deutschland GmbH. Die Laudatio dazu, gehalten von Rena Tangens, zeigt eine neue Qualität von Datensammelwut. Zitat aus der Laudatio:

Facebook sammelt alles an Daten, was sie bekommen können. Nicht nur Name, Adresse, Profilbild, Telefon, Handynummer, Fotos, Texte, Statusupdates, Aufenthaltsort, Nachrichten an Freunde, besuchte Webseiten und und und…

Eine interaktive grafische Darstellung, wie sich die Datenschutz-Voreinstellungen auf Facebook seit 2005 verändert haben hat der Programmierer Matt McKeon sehr anschaulich in einer Grafik als eine Art Blume dargestellt. Hier zeigt sich, dass ohne Zutun der Facebook-Nutzer deren private Details immer öffentlicher werden, einfach weil Facebook die Voreinstellungen ändert.

Über die Hintergründe dieser Datenspionage, insbesondere die wirtschaftlichen Hintergründe, wird in dem Buch von Constanze Kurz, Frank Rieger: “Datenfresser. Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen” (S. Fischer Verlage, Frankfurt am Main) informiert. Ein Vorabdruck des ersten Kapitels wurde von der Zeit online veröffentlicht. Bereits nach der Lektüre dieses Auszugs kann ich jedem das Buch nur wärmstens empfehlen.

Ich weiß gar nicht, ob ich an dieser Stelle noch viel Spaß damit wünschen kann – trotzdem: Es lohnt sich.

Wie immer hat die Zeitschrift “Streifzüge” schöne neue Artikel veröffentlicht, zwei davon möchte ich besonders empfehlen:

Viel Spaß damit!

Gestern gab es im Umsonstladen eine Diskussion zur „Kernkraft als Brückentechnologie“ im Kontext des 25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl und im aktuellen Kontext von Fukushima. Dabei gab es natürlich Diskussionen zu Alternativen und zu den bekannten Problemen großer Windkraftanlagen, die zur „Verspargelung“ der Landschaft führen.
Heute Vormittag habe ich zufällig im Radio einen Beitrag gehört zu „Power Flowers“, einer Art „domestizierter Windkraftanlage“ und konnte mir nicht darunter vorstellen. Neugierig geworden, begann ich zu suchen und wurde nach vielen Links zu Karnevalskostümen (warum müssen diese Kostüme eigentlich englische Namen tragen?) tatsächlich fündig:

Power Flower - ein domestiziertes Windrad

Power Flower


Eine interessante Weiterentwicklung eines eigentlich bekannten Prinzips einer Windmühle mit vertikalen Rotoren. Mit vielversprechenden Parametern übrigens, sowohl was die elektrische Leistung angeht als auch die Lärmentwicklung und die Einbindung des Windmühlendesigns in die Landschaft. Damit lässt sich dezentral auf Hightech-Basis Energie erzeugen.
Unter diesem Link und auf der Seite der niederländischen Architekten sind noch mehr Bilder und weitere Informationen zu finden. Viel Spaß dabei.

Die Initiative “x-tausendmal quer” blockiert nicht nur die Castortransporte, sondern ruft dazu auf, sich im Juni gemeinsam dem bisher geplanten Wiederanfahren der Kernkraftwerke zu widersetzen. Dies soll mit großen, gewaltfreien Blockaden direkt an den Kraftwerken geschehen.