{"id":3854,"date":"2023-11-08T23:32:40","date_gmt":"2023-11-08T21:32:40","guid":{"rendered":"https:\/\/zw-jena.de\/blog\/?p=3854"},"modified":"2023-11-08T23:32:40","modified_gmt":"2023-11-08T21:32:40","slug":"vierter-production-gap-report-veroeffentlicht-globale-oel-und-gasfoerderung-verschaerft-die-klimakrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zw-jena.de\/blog\/2023\/11\/vierter-production-gap-report-veroeffentlicht-globale-oel-und-gasfoerderung-verschaerft-die-klimakrise\/","title":{"rendered":"Vierter \u201eProduction Gap Report\u201c ver&#246;ffentlicht &#8211; Globale &#214;l- und Gasf&#246;rderung versch&#228;rft die Klimakrise"},"content":{"rendered":"<p>Am 8. November 2023 erschien der vierte \u201eProduction Gap Report\u201c \u2013 ein Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, der erstmals 2019 ver&#246;ffentlicht wurde. Der Bericht zeigt die die Diskrepanz zwischen der von den Regierungen geplanten Produktion fossiler Brennstoffe und dem globalen Produktionsniveau, das mit einer Begrenzung der globalen Erw&#228;rmung auf 1,5\u00b0C oder 2\u00b0C vereinbar ist. Der Bericht und die zugeh&#246;rigen Materialien k&#246;nnen online unter <a href=\"https:\/\/productiongap.org\/2023report\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/productiongap.org\/2023report<\/a> abgerufen werden.<\/p>\n<p>Quelle: SEI, Climate Analytics, E3G, IISD, and UNEP. (2023). <em>The Production Gap: Phasing down or phasing up? Top fossil fuel producers plan even more extraction despite climate promises.<\/em> Stockholm Environment Institute, Climate Analytics, E3G, International Institute for Sustainable Development and United Nations Environment Programme.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.51414\/sei2023.050\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/doi.org\/10.51414\/sei2023.050<\/a><\/p>\n<p>Fossile Brennstoffe lassen wichtige Klimaziele im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch aufgehen. Es ist h&#246;chste Zeit f&#252;r einen Wandel. Seit ihrer ersten Quantifizierung im Jahr 2019 ist die globale Produktionsl&#252;cke (Production Gap) weitgehend unver&#228;ndert geblieben. In den Kernthesen des Reports 2023 wird belegt, dass nach wie vor die Regierungen f&#252;r das Jahr 2030 planen, mehr als die doppelte Menge an fossilen Brennstoffen zu produzieren, als es f&#252;r eine Begrenzung der globalen Erw&#228;rmung auf 1,5\u00b0C maximal zul&#228;ssig w&#228;re. Insgesamt f&#252;hren die Pl&#228;ne und Prognosen der Regierungen zu einem Anstieg der weltweiten Kohleproduktion bis 2030 und der weltweiten &#214;l- und Gasproduktion bis mindestens 2050. Dies steht im Widerspruch zu den Verpflichtungen der Regierungen im Rahmen des Pariser Abkommens und kollidiert mit den Erwartungen, dass die weltweite Nachfrage nach Kohle, &#214;l und Gas ihren H&#246;hepunkt innerhalb dieses Jahrzehnts erreichen wird, auch ohne neue politische Ma&#223;nahmen.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Erzeugerl&#228;nder haben sich zwar dazu verpflichtet, Netto-Null-Emissionen zu erreichen und haben auch Initiativen zur Reduzierung der Emissionen aus der Produktion fossiler Brennstoffe ergriffen. Aber keines hat sich verpflichtet, die Kohle-, &#214;l- und Gasproduktion im Einklang mit der Begrenzung der Erw&#228;rmung auf 1,5\u00b0C zu begrenzen.<\/p>\n<p>Angesichts der Risiken und <a href=\"https:\/\/philosophenstuebchen.wordpress.com\/2023\/10\/23\/buchvorstellungen-climate-engineering-2023\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Unw&#228;gbarkeiten der einschl&#228;gigen Verfahren des Climate Engineering<\/a> m&#252;ssen die L&#228;nder einen nahezu vollst&#228;ndigen Ausstieg aus der Kohleproduktion und -nutzung bis 2040 und eine kombinierte Reduzierung der &#214;l- und Gasf&#246;rderung und -nutzung bis 2050 um mindestens drei Viertel gegen&#252;ber dem Stand von 2020 anstreben. Dar&#252;ber hinaus muss ein gerechter &#220;bergang weg von fossilen Brennstoffen den unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und F&#228;higkeiten der L&#228;nder Rechnung tragen. Regierungen mit gr&#246;&#223;eren &#220;bergangskapazit&#228;ten sollten ehrgeizigere Reduktionen anstreben und bei der Finanzierung des &#220;bergangsprozesses in L&#228;ndern mit begrenzten Kapazit&#228;ten helfen.<\/p>\n<div id=\"attachment_369\" style=\"width: 761px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-369\" src=\"https:\/\/p4f-jena.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/gap_uebersicht.png\" alt=\"Die Produktionsl&#252;cke bei fossilen Brennstoffen\" width=\"751\" height=\"974\" class=\"size-full wp-image-369\" \/><p id=\"caption-attachment-369\" class=\"wp-caption-text\">Die Produktionsl&#252;cke bei fossilen Brennstoffen \u2013 die Differenz zwischen den Pl&#228;nen und Prognosen der Regierungen und den Werten, die mit einer Begrenzung der Erw&#228;rmung auf 1,5\u00b0C und 2\u00b0C, ausgedr&#252;ckt in Einheiten von Treibhausgasemissionen aus der Gewinnung und Verbrennung fossiler Brennstoffe \u2013 bleibt gro&#223; und vergr&#246;&#223;ert sich im Laufe der Zeit.<\/p><\/div>\n<p>Ant\u00f3nio Guterres, der Generalsekret&#228;r der UNO kommentierte diesen Bericht wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Regierungen verdoppeln buchst&#228;blich die Produktion fossiler Brennstoffe, und das bedeutet doppeltes Leid f&#252;r die Menschen und den Planeten. Wir k&#246;nnen die Klimakatastrophe nicht bew&#228;ltigen, ohne ihre Ursache zu bek&#228;mpfen: die Abh&#228;ngigkeit von fossilen Brennstoffen. Die COP28 muss ein klares Signal aussenden, dass das Zeitalter der fossilen Brennstoffe vorbei ist \u2013 dass sein Ende unausweichlich ist. Wir brauchen glaubw&#252;rdige Zusagen f&#252;r den Ausbau der erneuerbaren Energien, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und die Steigerung der Energieeffizienz bei gleichzeitiger Gew&#228;hrleistung eines gerechten und ausgewogenen &#220;bergangs.\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 8. November 2023 erschien der vierte \u201eProduction Gap Report\u201c \u2013 ein Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, der erstmals 2019 ver&#246;ffentlicht wurde. 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