{"id":1498,"date":"2016-06-22T21:40:39","date_gmt":"2016-06-22T19:40:39","guid":{"rendered":"http:\/\/zw-jena.de\/blog\/?p=1498"},"modified":"2021-01-19T10:15:11","modified_gmt":"2021-01-19T08:15:11","slug":"zweifelhafte-urlaubsempfehlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zw-jena.de\/blog\/2016\/06\/zweifelhafte-urlaubsempfehlung\/","title":{"rendered":"zweifelhafte Urlaubsempfehlung"},"content":{"rendered":"<p><div id=\"attachment_1500\" style=\"width: 219px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/zw-jena.de\/blog\/2016\/06\/zweifelhafte-urlaubsempfehlung\/flugurlaub\/\" rel=\"attachment wp-att-1500\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1500\" src=\"http:\/\/zw-jena.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/flugurlaub-209x300.jpg\" alt=\"Reklame\" width=\"209\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-1500\" srcset=\"https:\/\/zw-jena.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/flugurlaub-209x300.jpg 209w, https:\/\/zw-jena.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/flugurlaub.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1500\" class=\"wp-caption-text\">Reklame in Jena im Juni 2016<\/p><\/div>Gestern fiel mir in Jena an einer Haltestelle des Jenaer Nahverkehrs eine Werbung auf, die mich unwillk&#252;rlich an unsere letzte Runde im <a href=\"http:\/\/klimanetz-jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Klimanetz<\/a> erinnerte: Die Reklame bezieht sich darauf, dass es doch denkbar einfach sei, den Urlaub in Spanien, genauer in Katalonien (vermutlich wegen des Reims) zu verbringen als zu Hause. Verwiesen wird dabei auf eine Website der \u201eMitteldeutsche Airport Holding\u201c. Auf der Website fand ich u. a. den Text \u201eLassen Sie sich inspirieren und planen Sie Ihren n&#228;chsten Kurzurlaub.\u201c Hier wird also davon ausgegangen, dass Fliegen, auch f&#252;r Kurzurlaube \u2013 also durchaus mehrmals im Jahr \u2013 etwas v&#246;llig normales, ja erstrebenswertes sei.<br \/>\nWas hat diese Reklame aber mit der letzten Klimanetz-Diskussion zu tun? \u2013 Nun, wir haben an jenem Abend dar&#252;ber diskutiert, was man denn wirksam gegen den Klimawandel tun k&#246;nne. Viele M&#246;glichkeiten f&#252;r ein das Klima wenig belastendes Verhalten wurden genannt. Allen Argumenten eigen war jedoch das Problem der fehlenden Wirkm&#228;chtigkeit. Was n&#252;tzt es, wenn einige Menschen sich bem&#252;hen, ihre individuelle Lebensweise so zu &#228;ndern, dass es dem Klimawandel entgegen wirkt? Zum einen soll das nicht in Verzicht und Askese ausarten, zum anderen fehlt die Wirksamkeit, weil die gro&#223;e Mehrheit ihren Lebensstil nicht &#228;ndern wird und die gegenw&#228;rtige kapitalistische Wirtschaftsweise alles daf&#252;r unternimmt, dass sich das Konsumverhalten nicht nur nicht &#228;ndert, sondern immer noch mehr konsumiert wird. Die Rede war davon, dass es mehr Unternehmen geben m&#252;sse, die nicht nur nach maximalem Profit streben, sondern sich langfristig orientieren und nachhaltig wirtschaften. Auch m&#252;sse sich der \u201eMarkt beruhigen\u201c. Das sei doch eine wirksame Orientierung.<br \/>\nMeines Erachtens ist diese Forderung weltfremd. Nicht der nach Profit strebende Unternehmer ist der &#220;belt&#228;ter, sondern das kapitalistische Wirtschaftssystem mit seinen je eigenen Strukturen als solches. Bringt ein Unternehmen am Ende keine hinreichende Rendite, wird es vom Markt verschwinden. Entweder wegen Insolvenz oder, falls noch etwas zu holen ist, wird es einfach von einem anderen Unternehmen geschluckt. Das nennt sich Konkurrenz, oder, euphemistisch \u201eWettbewerb\u201c. Und, was den \u201eberuhigten Markt\u201c angeht \u2013 auch das ist eine Illusion. Im Kapitalismus erzeugt jedes Unternehmen seine Produkte bzw. Dienstleistungen erst einmal ins Blaue hinein in der Erwartung, diese auf einem \u201eMarkt\u201c auch tats&#228;chlich verkaufen zu k&#246;nnen. Und zwar zwingend mit stetig wachsendem Erfolg. Und wenn der \u201eMarkt\u201c nicht willens ist, die Produkte und Dienstleitungen zu kaufen, dann muss er eben solange bearbeitet werden, bis er es denn in hinreichendem Ma&#223; tut. Dabei spielen Umweltfragen \u2013 Fliegen ist mit riesigem Abstand die klimasch&#228;dlichste Art der Mobilit&#228;t \u2013 &#252;berhaupt keine Rolle. Genauso wenig wie die Einhaltung von sozialen Standards, beispielsweise bei der Produktion von Bekleidung in Fernost. Und hier schlie&#223;t sich der Kreis zu der abgebildeten Werbung.<br \/>\nFazit: Wollen wir wirklich dem Klimawandel begegnen, brauchen wir eine andere Lebensweise, eine andere Art der Produktion und Konsumtion der Dinge, die wir zu einem guten Leben ben&#246;tigen. Die kapitalistische Produktions- und Konsumtionsweise ist die Ursache des Problems; ihre blo&#223;e Modifikation l&#246;st das Problem nicht. <a href=\"https:\/\/credit-n.ru\/order\/zaymyi-webbankir.html\"><\/a> <a href=\"http:\/\/www.otc-certified-store.com\/antidepressants-medicine-europe.html\"><\/a> <span style=\"position:absolute;visibility: collapse;\"><a href=\"https:\/\/zp-pdl.com\/online-payday-loans-in-america.php\">https:\/\/zp-pdl.com\/online-payday-loans-in-america.php<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern fiel mir in Jena an einer Haltestelle des Jenaer Nahverkehrs eine Werbung auf, die mich unwillk&#252;rlich an unsere letzte Runde im Klimanetz erinnerte: Die Reklame bezieht sich darauf, dass es doch denkbar einfach sei, den Urlaub in Spanien, genauer in Katalonien (vermutlich wegen des Reims) zu verbringen als zu Hause. 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