{"id":1383,"date":"2014-11-02T21:29:36","date_gmt":"2014-11-02T19:29:36","guid":{"rendered":"http:\/\/zw-jena.de\/blog\/?p=1383"},"modified":"2021-01-19T10:16:10","modified_gmt":"2021-01-19T08:16:10","slug":"synthesebericht-des-5-sachstandsberichts-des-ipcc-veroeffentlicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zw-jena.de\/blog\/2014\/11\/synthesebericht-des-5-sachstandsberichts-des-ipcc-veroeffentlicht\/","title":{"rendered":"Synthesebericht des 5. Sachstandsberichts des IPCC ver&#246;ffentlicht"},"content":{"rendered":"<p>Am 1. November 2014 wurde vom IPCC die Ver&#246;ffentlichung des 5. Sachstandsberichts abgeschlossen. Dazu wurde auf einer Plenarsitzung des IPCC vom 27. Oktober bis 1. November in Kopenhagen der sogenannte Synthesebericht, der die drei bereits ver&#246;ffentlichten Einzelberichte zusammenfasst beraten und beschlossen. Auf der <a href=\"http:\/\/www.de-ipcc.de\/de\/200.php\" title=\"Website des IPCC\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">deutschsprachigen Website des IPCC<\/a> hei&#223;t es dazu w&#246;rtlich: \u201eBei der IPCC-Plenarsitzung wurde die Zusammenfassung f&#252;r politische Entscheidungstr&#228;ger Zeile f&#252;r Zeile von den Regierungen verabschiedet und der zugrundeliegende Bericht abschnittweise angenommen.\u201c<\/p>\n<p>Die Kernaussagen dieses Berichtes stehen auch in deutscher Sprache als <a href=\"http:\/\/www.de-ipcc.de\/_media\/141102_Kernbotschaften_IPCC_SYR.pdf\" title=\"PDF-Dokument\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF-Dokument<\/a> zur Verf&#252;gung.<!--more--><\/p>\n<p>Zuerst wird festgestellt, dass \u201eDie Erw&#228;rmung des Klimasystems [\u2026] eindeutig [ist] und es [\u2026] <em>&#228;u&#223;erst wahrscheinlich<\/em> [ist], dass der menschliche Einfluss die Hauptursache der beobachteten Erw&#228;rmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts war.\u201c (Mit \u201e<em>&#228;u&#223;erst wahrscheinlich<\/em>\u201c ist eine Wahrscheinlichkeit zwischen 95% und 100% gemeint.) <\/p>\n<p>Bereits in dem 2007 ver&#246;ffentlichten 4. Sachstandsbericht wurde als Ziel formuliert, den Anstieg der globalen mittleren Temperatur auf maximal 2 Grad zu begrenzen. Wenn diese Grenze eingehalten werden kann, so gelten die Konsequenzen aus dem Klimawandel f&#252;r die menschliche Gesellschaft als gerade noch beherrschbar. Im nun vorliegenden 5. Sachstandsbericht wird dazu als eine notwendige Bedingung formuliert: \u201eUm die mittlere globale Erw&#228;rmung mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 66 % auf weniger als 2 \u00b0C zu begrenzen, ist es notwendig, die kumulativen CO2-Emissionen seit 1870 auf etwa 2900 Gt CO2 zu begrenzen. Etwa zwei Drittel davon sind bis zum Jahr 2011 bereits emittiert worden.\u201c<\/p>\n<p>Und: \u201eOhne zus&#228;tzliche Treibhausgasminderung, die &#252;ber die heute bereits ergriffenen Ma&#223;nahmen hinausgehen, wird die Erw&#228;rmung bis zum Ende des 21. Jahrhunderts weltweit zu einem hohen bis sehr hohen Risiko durch schwere, weitverbreitete und irreversible Klimafolgen f&#252;hren, selbst wenn Anpassungsma&#223;nahmen ergriffen werden.\u201c Mit anderen Worten: Das bisher Unternommene bez&#252;glich der Begrenzung des Klimawandels ist nicht ausreichend. Angesichts der Ergebnisse der seit 1992 j&#228;hrlich stattfindenden Welt-Klimakonferenzen kann ich dem leider nur zustimmen. <\/p>\n<p>Als Handlungsrahmen, um das Ziel der Begrenzung der Erw&#228;rmung auf 2 Grad m&#246;glichst noch zu erreichen, werden verschiedene Szenarien der \u201eVerbesserung der Energieeffizienz, eines h&#246;heren Anteils kohlenstofffreier und kohlenstoffarmer Energieversorgung durch erneuerbare Energien, Atomenergie und fossiler Energie gekoppelt mit Kohlenstoffabtrennung und \u2013speicherung (CCS)\u201c angepriesen.<\/p>\n<p>Zu den Kosten dieses Vorgehens wird u. A. festgestellt: \u201eUnter der Annahme idealisierter Bedingungen zur Umsetzung einer Klimapolitik, die die globale Erw&#228;rmung auf 2 \u00b0C begrenzt, rechnen die meisten Studien mit einer j&#228;hrlichen Verringerung des globalen Konsumwachstums um etwa 0,06 Prozentpunkte im Laufe des Jahrhunderts, bezogen auf ein erwartetes j&#228;hrliches Konsumwachstum ohne Klimaschutz von 1,6 % bis 3 % pro Jahr.\u201c Abschlie&#223;end wird festgestellt: \u201eDer Klimawandel bedroht eine gerechte und nachhaltige Entwicklung. Minderung, Anpassung und nachhaltige Entwicklung sind eng miteinander verbunden, wobei sowohl Synergieeffekte als auch Zielkonflikte m&#246;glich sind. Der Klimawandel hat die Eigenschaften eines \u201eProblems kollektiven Handelns\u201c auf globaler Ebene: Wirksamer Klimaschutz erfordert gemeinsame L&#246;sungen, er kann nicht erreicht werden, wenn einzelne Akteure ihre eigenen Interessen unabh&#228;ngig verfolgen.\u201c<\/p>\n<p>Soweit die Kernaussagen des Berichts, wie sie auf der deutschsprachigen Website des IPCC ver&#246;ffentlicht sind. Als Bewertung dieser \u201eKernbotschaften\u201c trifft aus meiner Sicht die Aussage \u201eSie haben sich redlich bem&#252;ht\u201c am besten zu. Den im ersten Bericht zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen getroffenen Aussagen kann ich voll zustimmen. Der in den weiteren Berichten erfolgten Feststellung, dass es besser und mit weniger Aufwand verbunden ist, sofort wirksame Ma&#223;nahmen zur drastischen Verminderung der CO2-Emission zu realisieren, als das auf die lange Bank zu schieben, stimme ich auch zu. Jedoch den nun vorliegenden Optionen, in die Reduktionsszenarien eine Renaissance der Atomenergie und CCS-Techniken einzubinden kann ich keinesfalls zustimmen.<\/p>\n<p>Und wenn dann noch eine Rechnung aufgemacht wird, die von einem j&#228;hrlichen Konsumwachstum von 1,6% bis 3% ausgeht und dann meint, dass eine Verminderung dieses Wachstums um beruhigende 0,06% als Kosten zur Begrenzung des Klimawandels ausreichend sei, dann frage ich mich, welche Vorstellung einer zuk&#252;nftigen Gesellschaft die Autoren haben. Offensichtlich zuerst einmal die eines andauernden Konsumwachstums. Mein Problem dabei: Das, was immer weiter wachsend konsumiert werden soll, muss produziert werden, bedeutet wachsenden Aufwand an Energie und Rohstoffen. Das widerspricht, wie immer ich das auch drehe und wende, den Aussagen des ersten Teilberichts.<\/p>\n<p>Aus meiner Sicht kann nur eine grundlegende Ver&#228;nderung unserer Produktions- und Lebensweise zum genannten Ziel f&#252;hren. Zuerst einmal kann alles das, was v&#246;llig unsinnig produziert wird, ersatzlos gestrichen werden \u2013 z. B. R&#252;stungsg&#252;ter. Anschlie&#223;end sollte alles das, was f&#252;r ein gutes Leben sinnvoll erforderlich ist, m&#246;glichst regional bzw. dezentral vernetzt hergestellt werden. Dabei verstehe ich die Konsumenten immer auch als Produzenten. Und wenn ich jetzt den Aufschrei \u201eArbeitspl&#228;tze\u201c h&#246;re, so kann ich das nicht gelten lassen, weil das davon ausgeht, dass sich an unserer Produktions- und Lebensweise eigentlich nichts &#228;ndert. Ideen, wie eine andere Zukunft, die den Anforderungen des Klimawandels gerecht wird, aussehen k&#246;nnte, gibt es viele, nachzulesen beispielsweise:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/zw-jena.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">auf den Seiten der Zukunftswerkstatt Jena<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/philosophenstuebchen.wordpress.com\/\" title=\"Annettes Blog\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">in Annettes Blog<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.thur.de\/philo\/\" title=\"Annettes Philosophenst&#252;bchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">in Annettes Philosophenst&#252;bchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.commonsblog.de\/\" title=\"Commonsblog\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">oder im Commons Blog<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Mich irritiert jedoch auch die Aussage des oben bereits zitierten letzten Absatzes dieses Berichts: Wir haben es mit einem \u201eProblem kollektiven Handelns\u201c auf globaler Ebene zu tun, das nicht gel&#246;st werden kann, wenn \u201eeinzelne Akteure ihre eigenen Interessen unabh&#228;ngig verfolgen\u201c. Eine L&#246;sung im Sinne eines kleinsten gemeinsamen Nenners als Kompromiss wird nicht funktionieren. Das haben alle Konferenzen seit 1992 gezeigt. Ein andauernes Palaver der beteiligten Akteure bir zu einer Einigung wird auch zuk&#252;nftig nicht zu sinnvollen Ergebnissen f&#252;hren. Hier bedarf es eines grundlegenden gesellschaftlichen Wandels. <a href=\"https:\/\/credit-n.ru\/offers-zaim\/srochnodengi-online-zaymi.html\"><\/a> <a href=\"http:\/\/www.otc-certified-store.com\/birth-control-medicine-europe.html\"><\/a> <span style=\"position:absolute;visibility: collapse;\"><a href=\"https:\/\/zp-pdl.com\/emergency-payday-loans.php\">https:\/\/zp-pdl.com\/emergency-payday-loans.php<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. November 2014 wurde vom IPCC die Ver&#246;ffentlichung des 5. Sachstandsberichts abgeschlossen. Dazu wurde auf einer Plenarsitzung des IPCC vom 27. Oktober bis 1. 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