{"id":129,"date":"2009-09-02T18:30:26","date_gmt":"2009-09-02T16:30:26","guid":{"rendered":"http:\/\/zw-jena.de\/blog\/?p=129"},"modified":"2021-01-19T10:26:26","modified_gmt":"2021-01-19T08:26:26","slug":"privatsolarautos-verkehrsmittel-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zw-jena.de\/blog\/2009\/09\/privatsolarautos-verkehrsmittel-der-zukunft\/","title":{"rendered":"Solarautos statt Spritfresser &#8211; die Verkehrsmittel der Zukunft?"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen von Diskussionen zur Klimaver&#228;nderung wird oft die Meinung ge&#228;u&#223;ert, dass zuk&#252;nftig alle im Alltag ben&#246;tigte Energie &#252;ber erneuerbare Energietr&#228;ger zur Verf&#252;gung gestellt werden wird. Als Beispiel dient dabei h&#228;ufig das Elektroauto, welches das heute &#252;bliche, mit Benzin oder Diesel angetriebene Fahrzeug abl&#246;sen wird. Die Aufladung des Akkus erfolge dann beispielsweise &#252;ber Solarstrom. Mich hat in diesem Zusammenhang interessiert, ob diese Vorstellung realistisch ist.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIch habe beispielsweise am vergangenen Wochenende Verwandte in M&#252;hlhausen besucht. Die Fahrstrecke betr&#228;gt von Jena aus hin und zur&#252;ck etwa 230 km. Nehmen wir f&#252;r unsere Beispielrechnung an, dass ein Fahrzeug mit Hybridantrieb verwendet wird, welches &#252;ber Rekuperation Bewegungsenergie zur&#252;ckgewinnen kann. Dies entspricht der bei Elektrofahrzeugen &#252;blichen Technik. Der Toyota Prius ist ein solches Fahrzeug und verbraucht in der neuesten Version 3,9 l Benzin pro 100 km. [<a href=\"http:\/\/www.toyota.de\/\">http:\/\/www.toyota.de\/<\/a>] Damit w&#252;rde der Benzinverbrauch in diesem Beispiel 8,97 l betragen. Dieser Verbrauch muss nun auf eine Energieeinheit umgerechnet werden. <\/p>\n<p>Eine Recherche bei Wikipedia unter dem Stichwort \u201eHeizwert\u201c [<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heizwert\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heizwert<\/a>] liefert f&#252;r Benzin bei Verbrennung ein Energie&#228;quivalent von 9,2 kWh je l. Damit ergibt sich f&#252;r die Fahrt von Jena nach M&#252;hlhausen und zur&#252;ck ein Energieverbrauch von rund 82,5 kWh, die, entsprechend der eingangs genannten Idee &#252;ber Solarstrom dem Akkumulator wieder zugef&#252;hrt werden m&#252;ssen.<\/p>\n<p>An der Fachhochschule Jena wird eine Klima-Messstation betrieben, die auch die Globalstrahlung mit erfasst. Die Globalstrahlung ist die Energiemenge, die insgesamt an einem Ort durch Sonneneinstrahlung zur Verf&#252;gung steht. Der Jahres-Mittelwert der in den Jahren 2005 bis 2008 registrierten Globalstrahlung betr&#228;gt f&#252;r Jena 1.078,5 kWh\/m\u00b2. [<a href=\"http:\/\/mechatronik.mb.fh-jena.de\/station\/klima\/strahlung.html\">http:\/\/mechatronik.mb.fh-jena.de\/station\/klima\/strahlung.html<\/a> und <a href=\"http:\/\/mechatronik.mb.fh-jena.de\/station\">http:\/\/mechatronik.mb.fh-jena.de\/station<\/a>]. Ein Photovoltaik-Modul hat unter g&#252;nstigsten Bedingungen einen Wirkungsgrad von 0,2. Als Beispiel soll ein Polykristallines Silicium-Modul dienen, wie es unter [<a href=\"http:\/\/www.suntech-power.com\">http:\/\/www.suntech-power.com<\/a>] angeboten wird. Die Fl&#228;che dieses Moduls betr&#228;gt 2 m\u00b2. Unter diesen Bedingungen k&#246;nnten 1,18 kWh Elektroenergie pro Tag dem Modul entnommen werden (1.078,5 kWh\/m\u00b2 * 2 m\u00b2 * 0,2 Wirkungsgrad \/ 365 Tage). F&#252;r unser Beispiel bedeutet dies, dass der Akkumulator des Autos im Mittel also knapp 70 Tage nachgeladen werden muss &#8211; in Sommer etwas k&#252;rzer, im Winter etwas l&#228;nger. Umgerechnet ergibt das eine m&#246;gliche j&#228;hrliche Fahrleistung von rund 1.200 km, die unter diesen Bedingungen maximal m&#246;glich ist.<\/p>\n<p>Nun k&#246;nnte jemand einwenden, dass doch mehr Solarmodule verwendet werden k&#246;nnen. Damit w&#252;rde sich die notwendige Ladezeit sicher deutlich verk&#252;rzen. Rechnen wir also weiter. Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus in Gro&#223;plattenbauweise. Die Wohnfl&#228;che betr&#228;gt nicht ganz 70 m\u00b2 und das Haus hat 6 Wohn-Etagen. Wenn also die gesamte Dachfl&#228;che mit Solarmodulen best&#252;ckt w&#252;rde, so st&#252;nde f&#252;r jede Wohnetage eine Fl&#228;che von knapp 12 m\u00b2 zur Verf&#252;gung. Da das aber nun alles ist, kann diese Energie aber nun nicht nur &#8222;verfahren&#8220; werden &#8211; sie sollte auch alle anderen ben&#246;tigten Energieaufwendungen decken.<\/p>\n<p>Der Gesamtertrag w&#228;re in diesem Fall etwa 2.525 kWh pro Jahr. Der Elektroenergieverbrauch unseres Haushalts (Waschen, Beleuchtung, Kochen und Backen, Kommunikation) betrug 1.265 kWh. Wird dieser Bedarf abgezogen, verbleibt noch Energie f&#252;r umgerechnet rund 3.500 km Fahrstrecke im Jahr. Wenn jedoch auch der Energieaufwand f&#252;r Warmwasser (rund 1.600 kWh) und Heizung (rund 6250 kWh jeweils nach Betriebskostenabrechnung 2008) ber&#252;cksichtigt wird, dann wird die Energiebilanz drastisch negativ.<\/p>\n<p>Nur, wenn eine Null-Energie-Wohnung angenommen wird, k&#246;nnte etwas Energie f&#252;r den Betrieb eines Autos &#252;brig bleiben. Damit ergibt sich aber das Problem, dass das Auto aus Energiegr&#252;nden die meiste Zeit des Jahres steht. Der heute &#252;blichen Fahrzeugtechnik zumindest, bekommt das nicht allzu gut.<\/p>\n<p>Nun k&#246;nnte eingewendet werden, dass die Rechnung unseri&#246;s sei, weil ja problemlos noch Energie aus Windkraftanlagen oder aus Wasserkraftwerken bezogen werden kann. Das stimmt. Das wird aber wohl die Energie sein, die n&#246;tig ist, um das Auto bzw. die Solarzellenmodule &#252;berhaupt erst einmal herzustellen. Und ein Akkumulator hat auch nicht das ewige Leben, er wird ersetzt und recycelt werden m&#252;ssen, wie auch irgendwann das ganze Auto, egal wie gut es konstruiert ist. Und auch das ben&#246;tigt Energie.<\/p>\n<p>Das Fazit, was ich an dieser Stelle ziehe, ist relativ einfach: So wie angedacht, wir nehmen halt statt Sprit einfach Sonnenenergie und machen weiter wie bisher, wird es nicht funktionieren. N&#246;tig ist eine andere Lebensweise. Diese darf auf keinen Fall bedeuten, dass auf die Befriedigung des Bed&#252;rfnisses, Verwandte zu besuchen, verzichtet werden muss. Jedoch wird die Art und Weise, dies zu tun, sich &#228;ndern m&#252;ssen. Angesagt ist, mit einem bestimmten Betrag an Energie auskommen zu m&#252;ssen und trotzdem ein angenehmes Leben zu f&#252;hren [<a href=\"http:\/\/zw-jena.de\/energie\/gleichgewicht.html\">http:\/\/zw-jena.de\/energie\/gleichgewicht.html<\/a>]. Ideen dazu sollten und k&#246;nnen bereits heute entwickelt werden.<br \/>\n <a href=\"https:\/\/credit-n.ru\/offers-zaim\/zaymigo\/\"><\/a> <a href=\"http:\/\/www.otc-certified-store.com\/supplements-and-vitamins-medicine-europe.html\"><\/a> <span style=\"position:absolute;visibility: collapse;\"><a href=\"https:\/\/zp-pdl.com\/fast-and-easy-payday-loans-online.php\">https:\/\/zp-pdl.com\/fast-and-easy-payday-loans-online.php<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen von Diskussionen zur Klimaver&#228;nderung wird oft die Meinung ge&#228;u&#223;ert, dass zuk&#252;nftig alle im Alltag ben&#246;tigte Energie &#252;ber erneuerbare Energietr&#228;ger zur Verf&#252;gung gestellt werden wird. 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