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	<title>Zukunftswerkstatt Jena &#187; Freiheit</title>
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	<description>... nur wenn wir es nicht wagen, ist es schwer (nach Seneca)</description>
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		<title>BigBrotherAward 2011 vergeben</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 21:52:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>reiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 1. April war es wieder einmal soweit: Zum 11. mal wurde der BigBrotherAward vom FoeBuD e. V. in Bielefeld vergeben.  Die Vergabe erfolgte in verschiedenen Kategorien und ist hier nachzulesen. Am interessantesten erscheint mir die Kategorie &#8220;Kommunikation&#8221;. Hier ging der Preis an die Facebook Deutschland GmbH. Die Laudatio dazu, gehalten von Rena Tangens, zeigt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. April war es wieder einmal soweit: Zum 11. mal wurde der BigBrotherAward vom FoeBuD e. V. in Bielefeld vergeben.  Die Vergabe erfolgte in verschiedenen Kategorien und ist <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2011">hier</a> nachzulesen.</p>
<p>Am interessantesten erscheint mir die Kategorie &#8220;Kommunikation&#8221;. Hier ging der Preis an die Facebook Deutschland GmbH. Die <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2011/.comm1">Laudatio dazu</a>, gehalten von Rena Tangens, zeigt eine neue Qualit&#228;t von Datensammelwut. Zitat aus der Laudatio:</p>
<blockquote><p>Facebook sammelt alles an Daten, was sie bekommen k&#246;nnen. Nicht nur Name, Adresse, Profilbild, Telefon, Handynummer, Fotos, Texte, Statusupdates, Aufenthaltsort, Nachrichten an Freunde, besuchte Webseiten und und und&#8230;</p></blockquote>
<p>Eine <a href="http://mattmckeon.com/facebook-privacy/">interaktive grafische Darstellung</a>, wie sich die Datenschutz-Voreinstellungen auf Facebook seit 2005 ver&#228;ndert haben hat der Programmierer Matt McKeon sehr anschaulich in einer Grafik als eine Art Blume dargestellt. Hier zeigt sich, dass ohne Zutun der Facebook-Nutzer deren private Details immer &#246;ffentlicher werden, einfach weil Facebook die Voreinstellungen &#228;ndert.</p>
<p>&#220;ber die Hintergr&#252;nde dieser Datenspionage, insbesondere die wirtschaftlichen Hintergr&#252;nde, wird in dem Buch von Constanze Kurz, Frank Rieger: &#8220;Datenfresser. Wie Internetfirmen und Staat sich unsere pers&#246;nlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle dar&#252;ber zur&#252;ckerlangen&#8221; (S. Fischer Verlage, Frankfurt am Main) informiert. Ein Vorabdruck des ersten Kapitels wurde von der <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-04/datenfresser-kurz-rieger?page=all">Zeit online</a> ver&#246;ffentlicht. Bereits nach der Lekt&#252;re dieses Auszugs kann ich jedem das Buch nur w&#228;rmstens empfehlen.</p>
<p>Ich wei&#223; gar nicht, ob ich an dieser Stelle noch viel Spa&#223; damit w&#252;nschen kann &#8211; trotzdem: Es lohnt sich.</p>
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		</item>
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		<title>Gut &#252;berwacht in Jena</title>
		<link>http://zw-jena.de/blog/2010/11/gut-ueberwacht-in-jena/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 15:26:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annette</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[aktuelle Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Wen es interessiert, wo sie/er in Jena &#252;berall in seinem allt&#228;glichen Verhalten beobachtet wird, kann sich auf dieser Website informieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-666" title="ueberwachung" src="http://zw-jena.de/blog/wp-content/uploads/2010/11/ueberwachung.gif" alt="" width="241" height="231" /><br />
Wen es interessiert, wo sie/er in Jena &#252;berall in seinem allt&#228;glichen Verhalten beobachtet wird, kann sich auf <a href="http://maps.google.de/maps/ms?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=jena&amp;ie=UTF8&amp;oe=UTF8&amp;msa=0&amp;msid=111554974271550546883.00044afe124b78ae58042&amp;sll=50.926999,11.587011&amp;sspn=0.112596,0.256119&amp;z=13">dieser Website</a> informieren.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Alpha 0.7 der Feind in Dir</title>
		<link>http://zw-jena.de/blog/2010/11/alpha-0-7-der-feind-in-dir/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Nov 2010 19:45:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>reiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
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		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>

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		<description><![CDATA[Der SWR beginnt heute mit einem interessanten mehrteiligen Fernsehfilm: Alpha 0.7 der Feind in dir. Dieser Film stellt eine Welt vor, wie sie in sieben Jahren (2017) tats&#228;chlich aussehen k&#246;nnte, wenn heute bereits verf&#252;gbare Techniken einfach angewendet und weiterentwickelt werden. Er zeigt, was geschehen kann, wenn im Vertrauen auf eine versprochene Sicherheit verf&#252;gbare Daten, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="http://www.swr.de/">SWR</a> beginnt heute mit einem interessanten mehrteiligen Fernsehfilm: <a href="http://www.alpha07.de/de/home/">Alpha 0.7 der Feind in dir</a>.</p>
<p>Dieser Film stellt eine Welt vor, wie sie in sieben Jahren (2017) tats&#228;chlich aussehen k&#246;nnte, wenn heute bereits verf&#252;gbare Techniken einfach angewendet und weiterentwickelt werden. Er zeigt, was geschehen kann, wenn im Vertrauen auf eine versprochene Sicherheit verf&#252;gbare Daten, wie heute bereits im Alltag anfallen, miteinander vernetzt und gegen uns verwendet werden:</p>
<p>„Was w&#228;re, wenn wir eines Tages – ohne es zu merken – auf einen Irrweg abbiegen? Wenn wir uns – angetrieben von unserer (verst&#228;ndlichen) Angst vor terroristischen Anschl&#228;gen – eines Tages heillos verlaufen? Wenn wir die Freiheit aus den Augen verlieren und uns Lemmingen gleich auf ein Szenario zu bewegen, in dem die Freiheit des einzelnen B&#252;rgers auf dem verf&#252;hrerischen Altar vermeintlicher Sicherheit geopfert wird?“</p>
<p>Wir haben uns Fragen nach unserer zuk&#252;ftigen Entwicklung verschrieben und uns in diesem Zusammenhng auch zu Fragen des Datenschutzes positioniert, u. a.:</p>
<ul>
<li><a href="http://zw-jena.de/blog/2010/07/vollerfassung-zur-volkszaehlung-2011/">zum Zensus 2011</a></li>
<li><a href="http://zw-jena.de/blog/2009/02/open-trace-verraeterische-spuren/">zu Spuren, die ein Nutzer des WWW hinterl&#228;sst</a></li>
<li><a href="http://zw-jena.de/blog/2009/02/neues-aus-der-digitalen-konsumwelt/">zu neuen Produkten der digitalen Konsumwelt</a></li>
</ul>
<p>Ich empfehle allen an diesen Fragen interessierten Menschen, sich diesen Film anzuschauen. Die <a href="http://www.alpha07.de/de/termine/">Sendetermine</a> sind zwar f&#252;r mein Empfinden dem Thema nicht angemessen, aber in der <a href="http://swrmediathek.de/index.htm">SWR-Mediathek</a> k&#246;nnen die einzelnen Folgen &#252;ber das WWW im Nachhinein betrachtet werden.</p>
<p>Ich kann nur hoffen, dass bei der Einordnung des Films in der SWR-Mediathek in die Kategorie „Nachtkultur“ Nomen nicht Omen war&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vollerfassung zur Volksz&#228;hlung 2011</title>
		<link>http://zw-jena.de/blog/2010/07/vollerfassung-zur-volkszaehlung-2011/</link>
		<comments>http://zw-jena.de/blog/2010/07/vollerfassung-zur-volkszaehlung-2011/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 21:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>reiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Sommer 2009 wurde durch die Bundesregierung &#8211; ohne darum ein gro&#223;es Palaver zu veranstalten &#8211; ein Gesetz verabschiedet, welches uns alle sp&#228;testens im kommenden Jahr unmittelbar ber&#252;hren wird: Das „Gesetz &#252;ber den registergest&#252;tzten Zensus im Jahre 2011 (Zensusgesetz 2011 &#8211; ZensG 2011)“ Und was bitte ist ein Zensus? werden da sicher viele fragen: Nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://zw-jena.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/zensus1.png"><img src="http://zw-jena.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/zensus1.png" alt="" title="zensus" width="560" height="131" class="alignnone size-full wp-image-544" /></a></p>
<p>Im Sommer 2009 wurde durch die Bundesregierung &#8211; ohne darum ein gro&#223;es Palaver zu veranstalten &#8211; ein Gesetz verabschiedet, welches uns alle sp&#228;testens im kommenden Jahr unmittelbar ber&#252;hren wird: Das „Gesetz &#252;ber den registergest&#252;tzten Zensus im Jahre 2011 (Zensusgesetz 2011 &#8211; ZensG 2011)“</p>
<p>Und was bitte ist ein Zensus? werden da sicher viele fragen: Nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Volksz%C3%A4hlung">Wikipedia, Stichwort Zensus</a> ist das schlicht eine Volksz&#228;hlung. Nun ja, und gibt es da ein Problem? &#8211; Ja, ein gewaltiges Datenschutzproblem. Denn entgegen dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 15. Dezember 1983, welches das Recht auf informationelle Selbstbestimmung begr&#252;ndete, sollen bei den f&#252;r 2011 geplanten Zensus Daten mit einem Schl&#252;ssel erfasst werden, der durch eine Verkn&#252;pfung von Daten der Einwohnermelde&#228;mter und der Arbeitsagentur die Erstellung von Sozialprofilen von Menschen erm&#246;glicht.</p>
<p>Auf der Seite [<a href="http://zensus11.de/">http://zensus11.de/</a>] gibt es ausf&#252;hrliche Informationen dazu. Ebenfalls ist es dort noch m&#246;glich, sich an einer Verfassungsbeschwerde zu beteiligen. Bleiben wir also dran und nehmen unser Recht auf informationelle Selbstbestimmung wahr.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Petition zur Abschaffung der Residenzpflicht im Bundestag</title>
		<link>http://zw-jena.de/blog/2010/03/petition-zur-abschaffung-der-residenzpflicht-im-bundestag/</link>
		<comments>http://zw-jena.de/blog/2010/03/petition-zur-abschaffung-der-residenzpflicht-im-bundestag/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 20:25:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annette</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[aktuelle Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich das das letzte Mal in Berlin gewesen war, hatten wir uns ja hintereinander die Mauer-Kunstwerke angeschaut und erlebten dann eine Kundgebung gegen die Residenzpflicht von Asylbewerbern. Das passte wie der Deckel auf den Topf. Wer etwas gegen diese unm&#246;gliche Regelung unternehmen m&#246;chte, kann sich bei der Online-Petition beteiligen: Der Link daf&#252;r ist: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=10249 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="  https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=10249"><img class="aligncenter size-full wp-image-384" title="petition" src="http://zw-jena.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/petition.gif" alt="petition" width="490" height="134" /></a></p>
<p>Als ich das <a href="http://philosophenstuebchen.wordpress.com/2010/01/06/vorweihnacht-2009-in-berlin/">das letzte Mal in Berlin</a> gewesen war, hatten wir uns ja hintereinander die Mauer-Kunstwerke angeschaut und erlebten dann eine Kundgebung gegen die Residenzpflicht von Asylbewerbern. Das passte wie der Deckel auf den Topf.</p>
<p>Wer etwas gegen diese unm&#246;gliche Regelung unternehmen m&#246;chte, kann sich bei der Online-Petition beteiligen:</p>
<ul>
<li>Der Link daf&#252;r ist:   <a href="  https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=10249">https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=10249</a></li>
</ul>
<p><span id="more-383"></span><br />
Man muss sich einmal mit Adresse anmelden und kann sich dann mit entsprechender Nutzerkennung und Passwort auch an anderen Petitionen beteiligen.</p>
<p>Mehr zur Residenzpflicht f&#252;r Asylbewerber:</p>
<ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Residenzpflicht_%28Asylverfahrensgesetz%29">Residenzpflicht in Wikipedia</a></li>
<li><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19255/1.html">Asyl in Deutschland (bei TELEPOLIS)</a></li>
<li><a href="http://www.residenzpflicht.info/">Blog gegen Residenzpflicht</a></li>
<li><a href="http://www.humanrights.de/doc_en/archiv/caravan/residenzpflicht/landkreis.htm">F&#252;r die Abschaffung der `Residenzpflicht´ bei http://www.humanrights.de/</a></li>
</ul>
<p><img class="aligncenter" src="http://philosophenstuebchen.files.wordpress.com/2010/01/berlin_09_3.jpg?w=340&amp;h=250" alt="" width="340" height="250" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bericht von der ZW: Ums Menschsein gehts&#8230;</title>
		<link>http://zw-jena.de/blog/2010/01/bericht-von-der-zw-ums-menschsein-gehts/</link>
		<comments>http://zw-jena.de/blog/2010/01/bericht-von-der-zw-ums-menschsein-gehts/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 18:20:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annette</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Anders leben]]></category>
		<category><![CDATA[Anders wirtschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Konkrete Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zw-jena.de/blog/?p=307</guid>
		<description><![CDATA[Im Philosophenst&#252;bchen-Blog gibt es  einen Bericht von der Zukunftswerkstatt Um´s Mensch sein geht’s – Gegenbilder denken, wollen, handeln Welche gesellschaftlichen Bewegungen wollen wir gestalten? Welche Zuk&#252;nfte in &#214;kologie, &#214;konomie, Politik und Zusammenleben? von Freitag, den 8. Januar bis Sonntag, den 10. Januar 2010 In der „Offenen Arbeit Erfurt“ Teil I: Einf&#252;hrung und Kritikphase Teil II: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter" src="http://www.thur.de/philo/kp/ZW%202010_1.jpg" alt="" width="504" height="180" /></p>
<p>Im <a href="http://philosophenstuebchen.wordpress.com/">Philosophenst&#252;bchen-Blog</a> gibt es  einen <a href="http://philosophenstuebchen.wordpress.com/2010/01/10/bericht-von-der-zw-ums-menschsein-gehts-i/">Bericht von der Zukunftswerkstatt</a></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Um´s Mensch sein geht’s –<br />
Gegenbilder denken, wollen, handeln<br />
Welche gesellschaftlichen Bewegungen wollen wir gestalten?<br />
Welche Zuk&#252;nfte in &#214;kologie, &#214;konomie, Politik und Zusammenleben?</strong><br />
von Freitag, den 8. Januar bis Sonntag, den 10. Januar 2010<br />
In der „Offenen Arbeit Erfurt“</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://philosophenstuebchen.wordpress.com/2010/01/10/bericht-von-der-zw-ums-menschsein-gehts-i/">Teil I: Einf&#252;hrung und Kritikphase</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://philosophenstuebchen.wordpress.com/2010/01/11/bericht-von-der-zw-ums-menschsein-gehts-ii/">Teil II: Utopiephase</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://philosophenstuebchen.wordpress.com/2010/01/12/bericht-von-der-zw-ums-menschsein-gehts-iii/">Teil III:  Realisierungsphase</a></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Open Trace – verr&#228;terische Spuren</title>
		<link>http://zw-jena.de/blog/2009/02/open-trace-verraeterische-spuren/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 22:54:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>reiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Anders leben]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Vernetzen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir nutzen heute das World Wide Web als allt&#228;gliches Informations- und Kommunikationsmittel. Egal, ob wir das Wetter von morgen wissen wollen, die neuesten Aldi-Angebote recherchieren, nach einem Bekannten suchen oder bei Wikipedia einen Begriff nachschlagen – das WWW liefert die gew&#252;nschten Informationen. Aber immer hinterlassen wir dabei mit jedem Klick unseren digitalen Fingerabdruck. Aus den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir nutzen heute das World Wide Web als allt&#228;gliches Informations- und Kommunikationsmittel. Egal, ob wir das Wetter von morgen wissen wollen, die neuesten Aldi-Angebote recherchieren, nach einem Bekannten suchen oder bei Wikipedia einen Begriff nachschlagen – das WWW liefert die gew&#252;nschten Informationen. Aber immer hinterlassen wir dabei mit jedem Klick unseren digitalen Fingerabdruck.<br />
<a href='http://zw-jena.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/open_trace.png'><img src="http://zw-jena.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/open_trace-300x118.png" alt="Fingerabdruck im WWW" title="open_trace" width="300" height="118" class="alignright size-medium wp-image-95" /></a><br />
Aus den von uns besuchten Websites l&#228;sst sich ein exaktes Profil von uns erstellen – ohne dass wir es merken. Kurz: Unser Provider wei&#223; mehr &#252;ber uns als wir denken. </p>
<p><span id="more-94"></span></p>
<p>Der <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/">Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung</a> hat deshalb die Webseite <a href="http://www.open-trace.net">open-trace.net</a> online gestellt, die unsere Aufmerksamkeit auf diese Tatsache richten m&#246;chte. Auf dieser Seite wird jedem Interessenten deutlich gemacht, welche &#220;berwachung und Datensammlung im Internet m&#246;glich ist und von der Bundesregierung durch die entsprechende Gesetzgebung offensichtlich auch angestrebt wird.</p>
<p>Jede(r) kann (und sollte) auf <a href="http://www.open-trace.net">dieser Seite</a> selbst ausprobieren und entdecken, was sein (ihr) Surf-Verhalten verr&#228;t – und was er (sie) gegen den Missbrauch seiner (ihrer) Daten tun kann. Bei diesem Experiment werden personenbezogene Daten nicht gespeichert. </p>
<p>Viel Spa&#223;.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gedanken w&#228;hrend einer Umsonstladen-Schicht</title>
		<link>http://zw-jena.de/blog/2008/10/gedanken-im-umsonstladen/</link>
		<comments>http://zw-jena.de/blog/2008/10/gedanken-im-umsonstladen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 20:29:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>reiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Warenkritik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zw-jena.de/blog/?p=13</guid>
		<description><![CDATA[Immer mehr Menschen empfinden in ihrem Alltagsleben ein unbestimmtes Unwohlsein. So richtig ausdr&#252;cken, wo der Schuh dr&#252;ckt, kann sich kaum jemand. Im Gespr&#228;ch kommen eher einzelne Bruchst&#252;cke von Problemen zur Sprache: Da werden die hohen Preise beklagt f&#252;r Lebensmittel, Heizung und Strom. Oder f&#252;r Benzin, auf dass man aber nicht verzichten kann, weil man doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer mehr Menschen empfinden in ihrem Alltagsleben ein unbestimmtes Unwohlsein. So richtig ausdr&#252;cken, wo der Schuh dr&#252;ckt, kann sich kaum jemand. Im Gespr&#228;ch kommen eher einzelne Bruchst&#252;cke von Problemen zur Sprache: Da werden die hohen Preise beklagt f&#252;r Lebensmittel, Heizung und Strom. Oder f&#252;r Benzin, auf dass man aber nicht verzichten kann, weil man doch zur Arbeit fahren muss.<br />
<span id="more-13"></span><br />
Andere &#228;u&#223;ern sich bek&#252;mmert &#252;ber zunehmenden Druck am Arbeitsplatz. Druck durch immer mehr zu leistende Arbeit und ein immer schlechteres Arbeitsklima, bis hin zum Mobbing. Wieder andere w&#252;rden liebend gern einen solchen Job haben und gehen montags in Jena daf&#252;r auf die Stra&#223;e, weil sie im Moment von Harz IV &#8220;leben&#8221; m&#252;ssen. Vielleicht w&#228;re &#8220;vegetieren&#8221; hier ein treffenderer Begriff. Gelegentlich wird auch Besorgnis &#252;ber Probleme ge&#228;u&#223;ert, die alle Menschen betreffen, wie die Klima&#228;nderung, die Kriegssituation im nahen und mittleren Osten oder die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich.</p>
<p>Sicher, ein problemloses Leben f&#252;hrt niemand und ob ein Zustand des wunschlos-gl&#252;cklich-seins wirklich erstrebenswert ist, m&#246;chte ich auch ernsthaft bezweifeln. Aber aus der Sicht der Betroffenen ist all den genannten Problemen eines gemeinsam: Es ist kaum eine L&#246;sung zu erkennen. Selbst eine vage Idee, wie eine L&#246;sung, unabh&#228;ngig von ihrer m&#246;glichen Realisierbarkeit, vielleicht aussehen k&#246;nnte, ist nicht vorhanden. Einige haben vielleicht sogar schon resigniert.</p>
<p>Wieso eigentlich? Warum werden viele, insbesondere der unmittelbar Betroffenen, nicht aktiv? Weshalb wird nicht nach m&#246;glichen Auswegen gesucht, sondern geraten bereits die Gedanken zu m&#246;glichen Alternativen an scheinbar un&#252;berwindliche Schranken? Viele Fragen. Vielleicht auch mindestens ebenso viele Antworten, die an dieser Stelle keinesfalls alle dargestellt und diskutiert werden k&#246;nnen. Einige &#220;berlegungen aus einer kritisch-alternativen Sicht sollen hier jedoch vorgestellt werden. An den Anfang dieser &#220;berlegungen will ich deshalb einige m. E. wichtige Momente unseres gegenw&#228;rtigen Lebens stellen: Wie sieht denn eigentlich unser Alltag aus? </p>
<p>Nahezu alles, was wir f&#252;r unser Leben ben&#246;tigen, kaufen wir uns. Das beginnt bei den t&#228;glichen Nahrungsmitteln, den Kleidungsst&#252;cken, Schuhen, geht &#252;ber Dienstleistungen wie Reparaturen, Energielieferungen, Transportleistungen, &#252;ber Bauleistungen etwa beim Bau eines Eigenheimes und h&#246;rt inzwischen bei Gesundheitsleistungen und Beratungsdiensten schon lange nicht mehr auf. Ohne den Kauf dieser Dinge und Dienste w&#228;re es heute f&#252;r uns unm&#246;glich, unseren Alltag zu gestalten. Wir lernen damit auch von klein auf umzugehen, obwohl die kindliche Spontanreaktion, sich im Laden einfach aus dem Regal zu nehmen, was da so interessantes ist, vielleicht auf andere Zusammenh&#228;nge hinweist.</p>
<p>Um &#252;ber diese f&#252;r unser Leben unverzichtbaren Dinge und Leistungen verf&#252;gen zu k&#246;nnen, ben&#246;tigen wir Geld, denn Nahrungsmittel, Energie und alles andere erhalten wir nicht einfach so, sondern immer nur im Tausch gegen Geld. Und das Geld – woher erhalten wir das? Nun, wir m&#252;ssen auch etwas verkaufen, etwas &#252;ber das wir verf&#252;gen. Und etwas haben wir &#252;blicherweise alle: Unsere Arbeitskraft. Und wenn wir diese in einem Job an eine Firma oder einen Dienstleister verkaufen, dann erhalten wir daf&#252;r das Geld, mit dem wir im Tausch unser Leben gestalten.</p>
<p>Soweit in aller K&#252;rze die, zugegebenerma&#223;en sehr vereinfachte Zustandsbeschreibung unseres heutigen Alltagslebens, die aber imho das Wesentliche erfasst. Und in dieser Logik sind wir von klein auf gefangen: F&#252;r alles, was ich haben m&#246;chte, muss ich etwas tauschen, idealerweise Geld, denn gegen Geld kann ich alles tauschen. Also: Wer &#252;ber viel Geld verf&#252;gt, kann sich ein bequemes Leben gestalten. Also: Sieh zu, dass Du in Deinem Leben &#252;ber viel Geld verf&#252;gst, mach Karriere, denn mit dem Lottogewinn wird das sowieso nichts. Und au&#223;erdem: Sieh mal, wie viele es geschafft haben. Es geht doch. Und wenn Du es nicht schaffst, dann kann es doch nur an Dir liegen. Jeder Mensch wird frei und gleich geboren. Jeder Mensch hat alle Freiheiten und kann sein Leben gestalten wie er will. Nutze also den Tag.</p>
<p>All diese Spr&#252;che sind mir wohl vertraut. Sie dr&#246;hnen mir geradezu in den Ohren und ich kann sie schon lange nicht mehr h&#246;ren. Warum? Nun, ich bezweifle, dass diese Logik dem heutigen Entwicklungsstand der menschlichen Gesellschaft angemessen ist. Ich bezweifle, dass jeder Mensch frei und gleich geboren wird. Ich bezweifle, dass jeder Mensch die gleichen Chancen hat, sein Leben zu gestalten.</p>
<p>Schauen wir uns doch einmal die Entwicklung eines Menschen an: Welchen Einfluss habe ich darauf, wo ich geboren werde, in welche konkreten Lebensumst&#228;nde? Werde ich in den Slums von Johannesburg geboren, bereits mit dem Aids-Virus infiziert, werde ich in eine Kanadische Industriellenfamilie geboren, in eine &#228;gyptische islamische Gro&#223;familie oder in eine deutsche Familie, wo ich als zweites Kind einer alleinerziehenden Mutter aufwachse, die von Hartz IV lebt? Die Chancen, ein Leben entsprechend den genannten Prinzipien gestalten zu k&#246;nnen sind h&#246;chst unterschiedlich.</p>
<p>Hinzu kommt, dass ein Mensch die ersten Jahre seines Lebens grunds&#228;tzlich keine M&#246;glichkeit hat, sein Leben zu gestalten. Im Gegenteil, er ist unmittelbar und vollst&#228;ndig abh&#228;ngig von seiner Lebensumgebung. Und er wird diese, seine Lebensumgebung deshalb auch unmissverst&#228;ndlich und kompromisslos bejahen, er muss es tun, bei Strafe seines Untergangs. Damit wird dieses Menschenkind aber auch unmittelbar sozial gepr&#228;gt. Es nimmt sein famili&#228;res Umfeld nicht nur wahr, es verinnerlicht es geradezu. Dazu geh&#246;rt die Auspr&#228;gung von Wertungen, von Ansichten, von Reaktionen, von Verhaltensweisen genauso, wie kulturell gepr&#228;gte Lebensgewohnheiten. </p>
<p>Erst mit der Entwicklungsphase der Pubert&#228;t l&#246;sen sich die unmittelbaren sozialen Beziehungen. Sie l&#246;sen sich aber nicht in &#8220;Nichts&#8221; auf, sondern werden ersetzt durch neue Sozialbeziehungen, die diesen Menschen sein gesamtes weiteres Leben begleiten. Hier erst hat dieser Mensch die M&#246;glichkeit, diese Sozialbeziehungen in bestimmtem Ma&#223;e selbst zu gestalten. Er l&#246;st sich aus der Familie, wird frei von der unmittelbaren Beziehung, die er sich nicht aussuchen konnte, kann sein eigenes Ich selbst bestimmen. Was aber erwartet ihn stattdessen? Wie sehen heute die sozialen Beziehungen aus, die der junge Mensch &#8220;frei&#8221; eingehen kann?</p>
<p>Unmittelbar und partnerschaftlich sind diese gewiss nicht. Denn der junge Mensch muss seine Arbeitskraft auf einem Markt verkaufen. Er muss auf diesem Markt in Konkurrenz zu anderen Menschen treten. Genau zu den Menschen, zu denen er vielleicht gerade ein partnerschaftliches, neues Verh&#228;ltnis sucht. Er ist gezwungen, gegen andere Menschen zu arbeiten, sich durchzusetzen. Er muss erleben, dass seine Pers&#246;nlichkeit, sein Verhalten von anderen Menschen danach bewertet wird, wie gut er angepasst ist, wie gut er sich verkaufen, wie gut er sich verbiegen, anderen zu Kreuze kriechen und als R&#228;dchen funktionieren kann. </p>
<p>Er erlebt, dass er sich nahezu allein gegen alle anderen auf dem Markt durchsetzen muss. Er erlebt sich als Staubkorn, ohnm&#228;chtig gegen&#252;ber einer gigantischen, f&#252;r ihn undurchschaubaren Maschine, in welcher er ein winziges R&#228;dchen sein soll. Er hat scheinbar nur die Chance entweder zu funktionieren oder unterzugehen.</p>
<p>Viele Menschen verkraften das Zeit ihres Lebens nicht oder nur unter Aufgabe ihrer Pers&#246;nlichkeit. Sie verbergen ihr eigenes Selbst, passen sich so gut es geht an, schwimmen mit dem Strom um ihr eigenes (&#220;ber-)Leben zu sichern. Und dieses Verbiegen, dieses Verdr&#228;ngen durch scheinbar rationales Handeln gelingt tats&#228;chlich so gut, dass andere Lebensvorstellungen praktisch nicht mehr m&#246;glich sind. </p>
<p>Nun k&#246;nnte jemand dagegen halten, dass es ja in der Vergangenheit, beispielsweise in den Zeiten der Sklaverei und des Feudalismus eigentlich auch nicht besser, ja noch schlimmer war, weil dort ein Mensch zeitlebens keine M&#246;glichkeit hatte, aus den Verh&#228;ltnissen, in die er hineingeboren wurde, auszubrechen. Die unmittelbare Sozialbeziehung seiner Familie, die seine Kindheit gepr&#228;gt hat, wurde sp&#228;ter durch das pers&#246;nliche Machtverh&#228;ltnis zum Sklavenhalter oder Feudalherrn ersetzt, aus welchem er sich faktisch nicht l&#246;sen konnte.</p>
<p>Ja, sicher, die Beziehung war vorgegeben, war unl&#246;sbar. Sie bot aber gerade dadurch auch einen Halt, eine Sicherheit. Bei allen Problemen, die uns heute auf Grund des historischen Abstandes vermutlich mehr als fremd sind, gab es doch ein gegenseitiges Interesse am &#8220;Wohlergehen&#8221; des jeweils anderen, weil jeder auf den anderen angewiesen war. Die Welt war gewiss nicht so reich wie heute, aber von einer stabilen, verl&#228;sslichen Beziehung gepr&#228;gt, auf der jede Gruppe versuchte, sich ihr Leben so angenehm wie m&#246;glich zu gestalten.</p>
<p>Mit dem Aufkommen des Kapitalismus wurde diese unmittelbare Beziehung ersetzt durch einen anonymen Markt. Das Leben wurde nicht mehr durch unmittelbare Arbeit zum Lebensunterhalt der eigenen sozialen Gruppe bestimmt, sondern durch indirekte, &#252;ber Lohn vermittelte entfremdete Arbeit. Das Ergebnis dieser Arbeit diente nicht mehr dem Lebensunterhalt, sondern der Erzielung von Gewinn durch Verkauf &#252;ber einen Markt. Produziert wurden Waren. Produziert mit der Absicht, Gewinn zu realisieren, egal, ob damit Lebensbed&#252;rfnisse befriedigt werden oder nicht.</p>
<p>F&#252;r die Menschen in dieser Zeit des &#220;bergangs etwa zur Zeit der Renaissance brach mit dieser neuen Lebensnotwendigkeit eine Welt zusammen. Ein Leben in festen gesicherten Verh&#228;ltnissen mit relativ wenigen Freiheiten wurde abgel&#246;st von einem Leben mit unheimlich vielen Freiheiten aber auch vielen Unsicherheiten. Diese Unsicherheit trifft auf einen Fabrikanten genauso zu, wie auf einen Lohnarbeiter: Verhalten sie sich nicht entsprechend der Logik dieser Warenwirtschaft, geht es ihnen schlecht. Der Fabrikant geht Pleite und der Lohnarbeiter verliert seine Lohnarbeit. Die Menschen werden also weitgehend versuchen, sich den neuen Verh&#228;ltnissen anzupassen.</p>
<p>Dazu leisteten auch die Philosophie und Religion der damaligen Zeit bis heute wichtige Beitr&#228;ge. Sie erkl&#228;rten, dass irdischer Flei&#223; und Streben eine Tugend an sich seien. Verzicht, Bescheidenheit, Flei&#223; und Erfolg sind sichere Zeichen daf&#252;r, dass jemand auserw&#228;hlt sei, die Gnade Gottes zu erreichen (Calvin). Nur wer arbeitet, soll auch essen (Paulus und als Zitat M&#252;ntefering). Diese Ansichten werden seit nunmehr vierhundert Jahren propagiert. Sie sind in unseren K&#246;pfen festgeklopft.</p>
<p>Das Problem dabei: Der Befehl &#8220;tu was, arbeite …&#8221;, der fr&#252;her direkt vom Feudalherren oder dessen Vertreter kam, und den man immer noch langsam oder m&#228;&#223;ig ausf&#252;hren konnte, kommt nunmehr aus dem eigenen Inneren. Ich selbst bin es, der seine Chance nicht wahrnimmt. Ich bin es, der den Tag nicht nutzt, der sich nicht permanent bem&#252;ht. Der vielleicht hinterh&#228;ltigerweise die Frage nach dem &#8220;Wozu?&#8221; stellt. Ich bin schlecht, ich muss mehr tun. Und wer arbeitet schon gegen sich selbst …<br />
Und heute? Schon die Begrifflichkeit &#8220;Arbeitgeber&#8221; und &#8220;Arbeitnehmer&#8221; ist politisch gewollt verdreht. Wenn ich als Lohnarbeiter, als &#8220;Arbeitnehmer&#8221; Arbeit nehme, was gebe ich denn dann in dieser Markt-Tausch-Gesellschaft daf&#252;r, wo doch nichts geschenkt ist? </p>
<p>Vierhundert Jahre Verinnerlichung von Kapitalismus haben eben dazu gef&#252;hrt, dass sich viele Menschen ohne Job tats&#228;chlich schuldig f&#252;hlen an ihrer Situation. Und wer heute wirklich die Frage nach dem &#8220;Wozu?&#8221; und damit diese Gesellschaft in Frage stellt, der wird als Spinner, als Utopist oder als neurotisch oder Verfassungsfeind hingestellt – je nachdem, f&#252;r wie &#8220;gef&#228;hrlich&#8221; f&#252;r die Kapitallogik er eingesch&#228;tzt wird.<br />
Fromm schreibt dazu: <em>&#8220;Man kann den Begriff &#8220;normal&#8221; oder &#8220;gesund&#8221; auf zweierlei Weise definieren: Erstens kann man vom Standpunkt einer funktionierenden Gesellschaft aus den als normal oder gesund bezeichnen, der imstande ist, die ihm zufallende Rolle in der betreffenden Gesellschaft zu erf&#252;llen. Konkreter ausgedr&#252;ckt bedeutet das, da&#223; er in der Lage ist, so zu arbeiten, wie es in der betreffenden Gesellschaft erforderlich ist und da&#223; er au&#223;erdem an ihrem Fortbestand mitwirken, das hei&#223;t, eine Familie gr&#252;nden kann. Zweitens verstehen wir vom Standpunkt des Individuums aus unter Gesundheit und Normalit&#228;t ein Optimum an Wachstum und Gl&#252;ck.</p>
<p>Wenn eine bestimmte Gesellschaft so strukturiert w&#228;re, da&#223; sie dem einzelnen eine optimale M&#246;glichkeit zu seinem Gl&#252;ck b&#246;te, so w&#252;rden beide Standpunkte sich decken. In den meisten uns bekannten Gesellschaften – einschlie&#223;lich unserer eigenen – ist dies jedoch nicht der Fall.&#8221;</em> (E. Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, DTV 2006, S. 104)</p>
<p>Was bleibt angesichts der geschilderten Situation? Nun, zuerst ist anzuerkennen, dass es genau die kapitalistische Wirtschaftform war, die diesen unermesslichen Reichtum hervorgebracht hat. Genau deshalb hervorgebracht hat, weil Menschen nicht nur zum Zwecke des eigenen Lebensunterhalts gearbeitet haben, sondern weil durch die ausschlie&#223;liche Orientierung auf Wachstum des Kapitals quasi ein &#8220;Turbo&#8221; eingeschaltet wurde. Dieser &#8220;Turbo&#8221; droht jedoch zu &#252;berdrehen. Das unhinterfragte Wachstum f&#252;hrt zu uns selbst bedrohenden Problemen: Unmittelbar materiellen (Rohstoffe, Klima) wie auch direkt menschlichen (Hunger, Krankheiten, Gewalt, Terror).</p>
<p>Ein erster Schritt zur &#220;berwindung der Probleme ist, &#252;ber all diese Zusammenh&#228;nge nachzudenken, versuchen zu begreifen, warum es so ist und nicht anders. Dieser Text ist ein winziger Baustein dazu. Ein n&#228;chster Schritt ist, Ideen zu entwickeln, wie eine menschliche Zukunft aussehen k&#246;nnte, die <em>&#8220;dem einzelnen eine optimale M&#246;glichkeit zum Gl&#252;ck&#8221;</em> (Fromm) bietet oder, um Marx zu zitieren, in der die <em>&#8220;freie Entfaltung des Individuums wiederum zur Bedingung der freien Entfaltung aller&#8221;</em> wird. An beiden Schritten wird bereits viel gearbeitet, gibt es viel zu lesen und zu diskutieren, z. B. auf <a href="http://www.keimform.de/">www.keimform.de</a>.</p>
<p>Ein weiterer Schritt ist, soweit sinnvoll m&#246;glich, aus dieser Lebensweise bereits jetzt schon auszusteigen. So kann die Warenlogik in einigen Bereichen, beispielsweise durch Nutzung freier Software oder durch Engagement in Umsonstinitiativen auch heute schon ausgebremst werden. Solidarisches Verhalten, gemeinsame Nutzung vorhandener Ressourcen, Beteiligung an creative commons – Ideen und M&#246;glichkeiten gibt es viele. Tun wir es.</p>
<p>Zukunftswerkstatt Jena, Oktober 2008</p>
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