Gedanken und Wünsche zum Jahreswechsel 31. Dezember 2011
Die Gedanken zum Jahreswechsel 2011/2012 sind vielfach von Sorgen geprägt. Sorgen um die weltweite Entwicklung, die sich sehr widersprüchlich darstellt. So wurden nach wie vor keine akzeptablen Antworten auf den Klimawandel gefunden, Durban war eine Konferenz des „Verschiebens auf später“. Viele Menschen haben Angst vor der Entwertung ihres Geldvermögens und die Bundeskanzlerin predigt, man möge doch Vertrauen haben, es würde schwer, aber man werde es schon richten. Alles in allem eine eher trübe Stimmung.
Mehr oder weniger zufällig bin ich auf ein Projekt gestoßen, was den Blick in eine andere Richtung lenkt: Auf die Schönheit des Augenblicks – und letztlich sind es doch die vielen schönen Augenblicke in unserem Leben, die unser Glück ausmachen. Das Problem dabei, die Augenblicke auch wahrzunehmen.
Wieviel Schönheit steckt in einem Augenblick, in einer Sekunde? Im Web gibt es unter dem Titel „The Beauty of a Second“ ein Kurzfilmfestival, welches sich genau diesem Anliegen widmet. Kurzfilm ist hier wörtlich zu nehmen, denn jeder Film ist exakt eine Sekunde lang. Einen Augenblick also. Schirmherr für dieses Projekt ist der Regisseur Wim Wenders. Jeder darf hier eigene Clips hochladen und nimmt damit an einem Wettbewerb teil.
Es gibt hier wunderschöne Sequenzen: Ein Hund, des aus einem fahrenden Auto schaut, zwei turtelnde Tauben, Tänzerinnen, ein Wassertropfen, ein markantes Gesicht, eine aufleuchtende und verglühende Glühlampe, Sonnenauf- und -untergänge, sich öffnende Blüten und vieles mehr. In Zeitlupe, Zeitraffer, Echtzeit, als Standbild, … Es ist kaum zu glauben, wieviel Leben, wieviel Lachen, wieviel Zuversicht, wieviel Glück in einer Sekunde stecken kann.
Und weil eine Sekunde nun wirklich sehr kurz ist und auch das Leben aus vielen Augenblicken besteht, gibt es die Möglichkeit, maximal 60 der Ein-Sekunden-Clips zu einem kleinen Film, einer sogenannten Playlist, zu verknüpfen und diesen mit Musik zu hinterlegen. Alle Clips und Playlists nehmen an einem Wettbewerb teil und die Besten werden 2012 auf der Berlinale gezeigt. Jeder, egal ob Amateur oder Profi, ist eingeladen, mitzumachen.
Und auch wer sich nicht traut: Es lohnt sich, die bereits vorhandenen Ergebnisse anzuschauen. Eine sehr schöne Alternative zu der eingangs festgestellten eher trüben Stimmung. Wie gesagt, es lohnt sich. Alles Gute für 2012. Have a lot of fun.
BigBrotherAward 2011 vergeben 21. April 2011
Am 1. April war es wieder einmal soweit: Zum 11. mal wurde der BigBrotherAward vom FoeBuD e. V. in Bielefeld vergeben. Die Vergabe erfolgte in verschiedenen Kategorien und ist hier nachzulesen.
Am interessantesten erscheint mir die Kategorie “Kommunikation”. Hier ging der Preis an die Facebook Deutschland GmbH. Die Laudatio dazu, gehalten von Rena Tangens, zeigt eine neue Qualität von Datensammelwut. Zitat aus der Laudatio:
Facebook sammelt alles an Daten, was sie bekommen können. Nicht nur Name, Adresse, Profilbild, Telefon, Handynummer, Fotos, Texte, Statusupdates, Aufenthaltsort, Nachrichten an Freunde, besuchte Webseiten und und und…
Eine interaktive grafische Darstellung, wie sich die Datenschutz-Voreinstellungen auf Facebook seit 2005 verändert haben hat der Programmierer Matt McKeon sehr anschaulich in einer Grafik als eine Art Blume dargestellt. Hier zeigt sich, dass ohne Zutun der Facebook-Nutzer deren private Details immer öffentlicher werden, einfach weil Facebook die Voreinstellungen ändert.
Über die Hintergründe dieser Datenspionage, insbesondere die wirtschaftlichen Hintergründe, wird in dem Buch von Constanze Kurz, Frank Rieger: “Datenfresser. Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen” (S. Fischer Verlage, Frankfurt am Main) informiert. Ein Vorabdruck des ersten Kapitels wurde von der Zeit online veröffentlicht. Bereits nach der Lektüre dieses Auszugs kann ich jedem das Buch nur wärmstens empfehlen.
Ich weiß gar nicht, ob ich an dieser Stelle noch viel Spaß damit wünschen kann – trotzdem: Es lohnt sich.
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Die 4. Revolution 23. März 2010
Ein Filmtipp im ZW-Blog:
Eine mitreißende Vision: Eine Welt-Gemeinschaft, deren Energievorsorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gespeist ist – für jeden erreichbar, bezahlbar und sauber. Technologien und Potenziale sind weltweit vorhanden. Wir müssen es nur tun!
Wie – das zeigt der Film anhand faszinierender Bilder und hoffnungsvoller Beispiele aus elf Ländern: Der Umbau des älteren Mietshauses zum Super-Energiespargebäude schafft Arbeitsplätze und glückliche Mieter. Alternative Energiekonzepte revolutionieren die Autoindustrie und lassen Flugzeuge fliegen. Die Sonne sichert Familien in Mali und Bangladesh die Existenz. High-Tech-Solaranlagen versorgen ganz Los Angeles.
In diesem Film werden nicht nur die Probleme der zukünftigen Energieversorgung dargestellt, sondern Beispiele für eine Lösung dargestellt. Der Trailer zur Dokumentation ‘Die 4. Revolution – Energy Autonomy’. ist nachstehend verlinkt. Kinostart in Deutschland war am 18.03.2010.
Regie: Carl-A. Fechner
Mitwirkende: Hermann Scheer, Preben Maegaard, Muhammad Yunus, Ibrahim Togola, Maria Skyllas-Kazacos, Matthias Willenbacher, Maximilian Gege, Elon Musk, Bianca Jagger
Siehe auch: Energiethesen der Zukunftswerkstatt Jena
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Für und wider DESERTEC 22. Juli 2009
Kaum ein Projekt ist von Beginn an so umstritten wie DESERTEC. Hier scheiden sich auch die Geister, die grundsätzlich in dieselbe regenerative Energiezukunft wollen wie IPPNW und Greenpeace. Es geht nicht mehr allein darum, sich für erneuerbare, insbesondere Solarenergie einzusetzen, sondern es scheint auch verhängnisvolle Tendenzen zu geben in diesem Bereich und DESERTEC steht für viele dafür.
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Gaias Rache? 12. März 2009
Es gibt ein neues Broschürchen: “Zeit Beiträge zur radikal-ökologischen Umgestaltung” mit zwei Texten. Beide setzen sich mit dem neuen Buch von James Lovelock, dem Begründer der Gaia-Hypothese, auseinander. Es geht um seine Behauptung, mit Kernenergie könne das Klimaproblem entschärft werden. Der erste Text ist von mir und der zweite von Jeff Goodell.
Nützliche Ent-Täuschungen 18. Dezember 2008
Während mir gestern an einem einzigen Tag beim Fernsehzappen zwei Reportagen über den beschleunigten Klimawandel auffallen, enden die internationalen Klimagespräche in Poznan so gut wie ergebnislos. Mitten in den forcierten Sozialabbau fällt die globale Finanzkrise der Wirtschaft. Während sich vielerorts die Menschen gegen diese Zumutungen wehren, werden die „Sicherheits-„Gesetze verschärft. Wahrlich, es geht zu Ende mit dieser Lebens- und Wirtschaftsordnung. Das Problem dabei ist: Es geht nicht mehr nur gegen „die da oben“, sondern unsere eigene, auf eine bestimmte Form des Wohlstands orientierte Lebensweise wird in Frage gestellt.
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