BigBrotherAward 2011 vergeben   21. April 2011

Am 1. April war es wieder einmal soweit: Zum 11. mal wurde der BigBrotherAward vom FoeBuD e. V. in Bielefeld vergeben.  Die Vergabe erfolgte in verschiedenen Kategorien und ist hier nachzulesen.

Am interessantesten erscheint mir die Kategorie “Kommunikation”. Hier ging der Preis an die Facebook Deutschland GmbH. Die Laudatio dazu, gehalten von Rena Tangens, zeigt eine neue Qualität von Datensammelwut. Zitat aus der Laudatio:

Facebook sammelt alles an Daten, was sie bekommen können. Nicht nur Name, Adresse, Profilbild, Telefon, Handynummer, Fotos, Texte, Statusupdates, Aufenthaltsort, Nachrichten an Freunde, besuchte Webseiten und und und…

Eine interaktive grafische Darstellung, wie sich die Datenschutz-Voreinstellungen auf Facebook seit 2005 verändert haben hat der Programmierer Matt McKeon sehr anschaulich in einer Grafik als eine Art Blume dargestellt. Hier zeigt sich, dass ohne Zutun der Facebook-Nutzer deren private Details immer öffentlicher werden, einfach weil Facebook die Voreinstellungen ändert.

Über die Hintergründe dieser Datenspionage, insbesondere die wirtschaftlichen Hintergründe, wird in dem Buch von Constanze Kurz, Frank Rieger: “Datenfresser. Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen” (S. Fischer Verlage, Frankfurt am Main) informiert. Ein Vorabdruck des ersten Kapitels wurde von der Zeit online veröffentlicht. Bereits nach der Lektüre dieses Auszugs kann ich jedem das Buch nur wärmstens empfehlen.

Ich weiß gar nicht, ob ich an dieser Stelle noch viel Spaß damit wünschen kann – trotzdem: Es lohnt sich.

Wie immer hat die Zeitschrift “Streifzüge” schöne neue Artikel veröffentlicht, zwei davon möchte ich besonders empfehlen:

Viel Spaß damit!

Gestern gab es im Umsonstladen eine Diskussion zur „Kernkraft als Brückentechnologie“ im Kontext des 25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl und im aktuellen Kontext von Fukushima. Dabei gab es natürlich Diskussionen zu Alternativen und zu den bekannten Problemen großer Windkraftanlagen, die zur „Verspargelung“ der Landschaft führen.
Heute Vormittag habe ich zufällig im Radio einen Beitrag gehört zu „Power Flowers“, einer Art „domestizierter Windkraftanlage“ und konnte mir nicht darunter vorstellen. Neugierig geworden, begann ich zu suchen und wurde nach vielen Links zu Karnevalskostümen (warum müssen diese Kostüme eigentlich englische Namen tragen?) tatsächlich fündig:

Power Flower - ein domestiziertes Windrad

Power Flower


Eine interessante Weiterentwicklung eines eigentlich bekannten Prinzips einer Windmühle mit vertikalen Rotoren. Mit vielversprechenden Parametern übrigens, sowohl was die elektrische Leistung angeht als auch die Lärmentwicklung und die Einbindung des Windmühlendesigns in die Landschaft. Damit lässt sich dezentral auf Hightech-Basis Energie erzeugen.
Unter diesem Link und auf der Seite der niederländischen Architekten sind noch mehr Bilder und weitere Informationen zu finden. Viel Spaß dabei.

Die Initiative “x-tausendmal quer” blockiert nicht nur die Castortransporte, sondern ruft dazu auf, sich im Juni gemeinsam dem bisher geplanten Wiederanfahren der Kernkraftwerke zu widersetzen. Dies soll mit großen, gewaltfreien Blockaden direkt an den Kraftwerken geschehen.

Im Zukunftswerkstatt-Netzwerk wird über die aktuellen Geschehnisse diskutiert. Dies nicht nur im Gedenken an die Opfer, sondern unter dem Motto von Robert Jungk:

Menschliche Schöpferkraft statt Atomkraft.

Robert Jungk schrieb:

“In der Gruppe wird echte Mitwirkung möglich, wie sie die Anti-Atombewegung im politischen Leben verlangt. Dazu gehört gegenseitiges Lernen, gründliches Aufeinanderhören und Zuenandersprechen. In Beruf und Politik wird der Entwurf eigener, nicht angelesener, sondern selbsterdachter Vorschläge ermutigt. Jedermann ist der unersetzliche «Experte» für eigene Nöte und Bedürfnisse. «Partizipation» versteht sich in diesem Kreis nicht nur als Mitsprache, sondern auch als Mitschöpfung. [...]
Ein ständiger Energiestrom, aus vielen Köpfen und Herzen kommend, soll befreit werden: Menschliche Schöpferkraft statt Atomkraft.”

Sein oder Haben   17. März 2011

Der Fernsehsender 3sat scheint ein marxistischer Bildungssender zu werden. Erstens bringt er ab morgen eine Themenreihe “Sein oder Haben”.

Das Thema “Haben und Sein” – in Form einer Warenkritik war schon immer eines der Hauptthemen der Zukunftswerkstatt Jena.

Und zweitens gibt es auf der Webseite des Senders einige lustige Filmchen mit einer Einführung zu wichtigen Begriffen von Marx, so Diesen Beitrag weiterlesen »

The Story of Electronics   1. März 2011

Es macht wieder mal ein nettes Video die Runde, das ich unbedingt auch hier verlinken möchte.

Siehe dazu auch die Kommentare im Keimform-Blog.

Eine interessante Dokumentation kommt von ARTE (“Kaufen für die Müllhalde”). Den Begriff “planned obsolescence” kann man sich merken….;-)