Karl Marx hat recht!   2. Februar 2009

Nun hat es sich also schon bei Konservativen aus Überzeugung herum gesprochen. Ich staune nicht wenig, als ich heute in meiner Tageszeitung in einem Interview mit einem als konservativ eingeschätzten
Politologen Wolf Wagner lese:

Frage: Alle sprechen von Marx. Sie auch. Hat er recht?

Antwort:
Das hatte er schon immer in seiner Analyse des Kapitalismus. Er beschrieb genau diese Spekulationsblasen, die jetzt geplatzt sind.

Frage: Die Lösung aber ist für Sie nicht der Sozialismus, oder?

Antwort:
Marx hat gesagt, das Übel am Kapitalismus sei, dass nicht die Menschen die Wirtschaft kontrollieren sondern anonyme Prozesse. Er wollte, dass demokratisch entschieden wird, was produziert wird. Aber das geht nicht in einer so hochkomplexen Weltgesellschaft. Das Geld regiert sich selbst und bestimmt das Leben der Menschen. Richtig ist: Das System des Kapitalismus nimmt laufend in Kauf, dass ganz viele untergehen.

Alles klar?

Als Ausweg fordert er “Innovationen”. Warum also nicht die demokratische Entscheidung über die weltweite Produktion als Innovation erfinden und einführen? Diese Leute verlangen die verrücktesten Innovationen, um den Irrsinn der kapitalistischen Lebensweise weiter laufen zu lassen, auf Kosten der vielen untergegangenen Menschen, auf Kosten unserer natürlichen Lebensgrundlagen… Sie verlangen von uns immer mehr Selbst-Management und Selbstorganisation für die und in der kapitalistischen Produktion. Aber ihre Phantasie reicht nicht so weit, dass wir diese Selbstorganisation und Selbstregulierung auch in einer eigenständigen neuen Produktionsweise verwirklichen könnten.

Zeigen wir es ihnen!

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3 Kommentare

2. Februar 2009 um 18:27 Uhr
Zukunftswerkstatt Jena » Blog Archiv » Die Open Economy ist längst auf dem Weg sagt:

[...] Zukunftswerkstatt Jena … nur wenn wir es nicht wagen, ist es schwer (nach Seneca) « Karl Marx hat recht! [...]

4. Februar 2009 um 15:56 Uhr
Reto sagt:

Demokratische Wirtschaft ja, aber nicht als weltweiten Entscheidungsprozess, sondern als Demokratie by Foot: man kauft dort und das was, man wirklich will und braucht.

Kleine, flexible, bedürfnisgesteurte Wirtschaftseinheiten, statt irgendwelcher grossen Moloche. Das hat schon einmal nicht funktioniert.

4. Februar 2009 um 19:46 Uhr
Annette sagt:

Hallo Reto,

Warum soll sich die “Demokratie”, d.h. Selbstbestimmung nur aufs Kaufen beziehen und nicht aufs Herstellen?

Was hat schon mal nicht funktioniert? Der Kapitalismus als weltweite Beglückungsmaschine? Da hast du Recht… ;-)

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